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Pandemie-Vorsorge zu Hause: Vorrat, Hausapotheke und Hygiene

Für eine Infektionswelle brauchst du keinen Bunker, sondern etwa zehn Tage Vorrat, einen Medikamentenvorrat für mindestens zehn Tage, ein Fieberthermometer und die Bereitschaft, drei bis fünf Tage zu Hause zu bleiben. Das BBK nennt in seiner Broschüre „Vorsorgen für Krisen und Katastrophen“ (2. Auflage, Stand November 2025) zehn Tage als Zielmarke für Lebensmittel und Wasser, mindestens aber drei Tage. Das Robert Koch-Institut rät bei akuten Atemwegssymptomen zu drei bis fünf Tagen Zuhausebleiben und dazu, bis zur deutlichen Besserung Abstand zu halten. Mehr Panik ist nicht nötig, weniger Planung aber auch nicht.

Kurz zusammengefasst: Bei Pandemie-Vorsorge geht es weniger um Atemschutz-Berge als um Selbstversorgung im Krankheitsfall. Du solltest ohne Einkauf durch zehn Tage kommen, Fiebermittel und Thermometer im Haus haben, persönliche Dauermedikamente aufstocken und wissen, wie du einen Erkrankten im Haushalt abtrennst. Impfungen nach STIKO und konsequentes Händewaschen senken das Risiko zusätzlich.

Was ist bei einer Pandemie anders als bei einem Stromausfall?

Bei einem Stromausfall fällt Technik aus, bei einer Infektionswelle fällst du selbst aus, und mit dir häufig mehrere Personen im Haushalt gleichzeitig. Das verändert die Planung. Du kannst nicht einfach mal eben einkaufen gehen, weil du Fieber hast und andere nicht anstecken willst. Der Vorrat muss also nicht nur haltbar sein, sondern auch zu dem passen, was man mit Grippe oder Covid essen und trinken mag: Brühe, Zwieback, Haferflocken, Tee, Reis, Nudeln, Apfelmus.

Wie groß ein Ausbruch werden kann, zeigt die Übung LÜKEX 2007, die das Deutsche Ärzteblatt 2008 beschrieben hat. Das Szenario ging von einer pandemischen Influenza H7N2 und 12,1 Millionen Erkrankten in Deutschland aus. Eine Woche vor dem Höhepunkt rechnete man mit rund 800.000 Arztbesuchen und 21.000 Krankenhauseinweisungen pro Tag. Die Zahlen sind fast 20 Jahre alt und ein Übungsszenario, keine Prognose. Sie zeigen aber, warum Praxen und Kliniken in so einer Lage überlastet wären und warum Selbsthilfe zu Hause zählt.

Zum Vergleich ein realer Wert aus einer gewöhnlichen Saison: Laut einer dpa-Meldung vom 20. Februar 2025 zum RKI-Bericht hatten in der Woche vom 10. bis 16. Februar rund 7,5 Millionen Menschen in Deutschland eine akute Atemwegsinfektion, viele davon eine Grippe. Das war eine normale, wenn auch kräftige Wintersaison. Jeder Haushalt kennt also mindestens einmal im Jahr die Situation, dass mehrere Personen gleichzeitig ausfallen.

Wie viel Vorrat brauchst du, wenn du krank im Bett liegst?

Das BBK empfiehlt, möglichst zehn Tage ohne Einkauf zu überstehen, mit 2 Litern Wasser pro Person und Tag, davon 0,5 Liter zum Kochen. Diese Werte gelten für den Krisenfall allgemein, und für den Krankheitsfall lohnt sich eher das obere Ende. Wenn du ohnehin einen Krisenvorrat hast, schau ihn dir mit Blick auf Krankenkost an. Wie du ihn lagerst und rotierst, steht im Artikel zum Krisenvorrat richtig lagern.

Ein Widerspruch in den Quellen: Bild der Wissenschaft zitierte 2008 den Stuttgarter Pandemieplaner Martin Priwitzer mit der Empfehlung, Vorräte für 14 Tage anzulegen. Das BBK nennt 2025 zehn Tage. Die Unterschiede erklären sich vermutlich aus dem Anlass, denn 2008 ging es speziell um eine Influenzapandemie mit langer Welle, das BBK-Heft deckt viele Szenarien ab. Ein Aufschlag auf vierzehn Tage ist keine Verschwendung, wenn Platz und Budget da sind, denn Lebensmittel mit langer Haltbarkeit verfallen nicht.

Was gehört für eine Infektionswelle in die Hausapotheke?

Die Checkliste des BBK führt Schmerzmittel, fiebersenkende Mittel, ein Fieberthermometer, Mittel gegen Durchfall, Erbrechen und Übelkeit sowie Elektrolyte auf. Das passt gut zu einer Magen-Darm- oder Atemwegsinfektion. Ergänzen solltest du Wunddesinfektion und Pflaster, wie es die Checkliste ebenfalls nennt. Bei regelmäßiger Medikamenteneinnahme ist laut BBK ein Vorrat für mindestens zehn Tage sinnvoll, ebenso bei Asthmaspray und ähnlichen persönlichen Mitteln nach individuellem Bedarf.

Innenminister Alexander Dobrindt sagte bei der Vorstellung der überarbeiteten Broschüre im Oktober 2025 laut Pharmazeutischer Zeitung: „Daher ist es sinnvoll, wichtige Medikamente zuhause zu haben“, weil Rettungswagen, Kliniken und Apotheken zeitweise nicht erreichbar sein können. Prüfe zweimal im Jahr die Verfallsdaten und tausche abgelaufene Packungen aus. Dosierung und Auswahl besprichst du am besten mit deiner Apotheke oder Hausärztin, vor allem bei Kindern und Senioren, über die du mehr im Artikel zu Familie, Baby und Senioren im Krisenfall findest.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung. Verschreibungspflichtige Medikamente, Antibiotika und Virostatika sammelst du nicht auf eigene Faust. Bei hohem Fieber über mehrere Tage, Atemnot oder Verwirrtheit rufst du ärztlichen Rat, und im Notfall die 112.

Wie schützt du dich mit Hygiene, Maske und Abstand?

Händewaschen bleibt die günstigste Maßnahme. Die damalige Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung empfahl 2019 20 bis 30 Sekunden Einseifen, und laut einer repräsentativen BZgA-Umfrage lag fast die Hälfte der Befragten darunter. Seife, Einmalhandschuhe und Desinfektionsmittel stehen in der BBK-Hygiene-Checkliste. Für die Praxis im Haushalt reicht normale Seife, Desinfektionsmittel brauchst du vor allem für Oberflächen und Pflegesituationen.

Zur Maske gibt das RKI laut Apotheken Umschau (Februar 2025) eine einfache Aufgabenteilung vor: Menschen mit akuten Atemwegssymptomen sollen eine Maske zum Fremdschutz tragen, und wer sich in Innenräumen schützen will, kann ebenfalls eine tragen. Die BBK-Checkliste nennt eine Atemschutzmaske ohne Stückzahl. Ein Vorrat von einer Packung pro Haushaltsmitglied für den Krankheitsfall ist realistisch, ein Lager mit Hunderten Stück ist es nicht. Ob Atemschutz in der Vorsorge insgesamt sinnvoll ist, diskutiert der Beitrag zum Prepper Atemschutz.

Ist jemand im Haushalt erkrankt, hilft die Trennung: eigenes Zimmer, möglichst eigenes Bad oder zumindest eigene Handtücher, Lüften mehrmals täglich, Mahlzeiten vor die Tür stellen. Wenn die Toilette ausfällt oder Wasser knapp wird, kommt das Thema Hygiene schnell zurück. Was du dafür brauchst, steht im Beitrag zur Notfalltoilette und Hygiene.

Lohnt sich ein privater Vorrat an antiviralen Medikamenten?

Nein, das sehen Fachleute sehr zurückhaltend. Bild der Wissenschaft berichtete 2008, dass der Stuttgarter Pandemieplaner Priwitzer einen privaten Vorrat an Tamiflu oder Relenza kritisch sieht, weil ohne ärztliche Verordnung wirkungslose Anwendung, Nebenwirkungen und Resistenzen drohen. Dieselbe Quelle sieht die Pandemievorsorge vor allem als Aufgabe des Gemeinwesens. Die Quelle ist von 2008 und damit alt, die Logik hat sich aber nicht geändert: Antivirale Mittel sind verschreibungspflichtig und wirken nur in bestimmten Zeitfenstern.

Expert Insight: Der Stuttgarter Pandemieplaner Martin Priwitzer sah 2008 private Vorräte an Virostatika kritisch und die Hauptlast der Vorsorge beim Gemeinwesen. Für dich bedeutet das: Dein Beitrag sind Vorrat, Hygiene und Impfstatus. Medikamentenentscheidungen gehören in ärztliche Hand.

Impfungen gehören dagegen zu dem, was du selbst steuern kannst. Das RKI verweist laut dpa-Meldung darauf, Covid-19, Influenza, RSV und Pneumokokken nach den Empfehlungen der STIKO zu impfen. Gehörst du zur Risikogruppe oder leben Risikopersonen bei dir im Haushalt, solltest du den Impfstatus vor dem Herbst mit der Hausarztpraxis klären.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Vorrat für zehn Tage, bei Platz bis vierzehn, mit leichter Krankenkost
  • Persönliche Dauermedikamente für mindestens zehn Tage zu Hause
  • Fieberthermometer, Fieber- und Schmerzmittel, Elektrolyte, Mittel gegen Durchfall
  • Händewaschen 20 bis 30 Sekunden, Maske bei Symptomen, drei bis fünf Tage zu Hause bleiben
  • Impfstatus nach STIKO prüfen, keine Virostatika auf eigene Faust

Häufige Fragen zur Pandemie-Vorsorge

Wie viele Masken sollte ich vorrätig haben?
Das BBK führt eine Atemschutzmaske in der Checkliste auf, nennt aber keine Stückzahl. Eine Packung pro Person für den Krankheitsfall im Haushalt ist ein praktischer Richtwert, den du selbst festlegst.
Wie lange soll ich bei Erkältungssymptomen zu Hause bleiben?
Das RKI rät laut Apotheken Umschau zu drei bis fünf Tagen und dazu, bis die Symptome deutlich besser sind. Kontakt zu älteren Menschen und Risikopersonen solltest du in der Zeit meiden.
Reicht der normale Krisenvorrat auch für eine Pandemie?
Als Grundlage ja. Das BBK empfiehlt zehn Tage. Ergänze ihn um Krankenkost wie Brühe, Zwieback und Tee sowie um Fieber- und Schmerzmittel.
Soll ich Antibiotika oder Tamiflu auf Vorrat kaufen?
Nein. Beides ist verschreibungspflichtig, und ohne ärztliche Anordnung drohen wirkungslose Anwendung, Nebenwirkungen und Resistenzen.

Notfallmappe: Welche wichtigen Dokumente du für den Krisenfall sichern solltest

Eine Notfallmappe passt in einen einzigen wasserdichten Ordner und enthält Originale von Urkunden, Verträgen und Vollmachten sowie Kopien von Ausweisen und Fahrzeugpapieren. Der Aufwand lohnt sich, weil der Ersatz Geld und Nerven kostet: Nach einer Aufstellung von Biallo (Stand September 2024) kostet ein neuer Personalausweis 37 Euro, ein Reisepass 70 Euro, und für eine Geburtsurkunde zahlst du meist 10 bis 15 Euro. Dazu kommen Wege, Termine und Wartezeiten, und zwar genau dann, wenn du ohnehin genug zu tun hast.

Blaue Fächermappe mit sortierten Dokumenten auf einem Holztisch

Kurz zusammengefasst: Sammle Urkunden, Policen und Vollmachten in einem feuer- oder wasserfesten Behälter, lege von Ausweisen nur Kopien hinein und bewahre eine zweite Sicherung außer Haus auf. Digitale Dateien gehören verschlüsselt auf mehr als einen Datenträger. Prüfe die Mappe einmal im Jahr auf Aktualität.

Welche Dokumente gehören in die Notfallmappe?

Die Städte Halle und Hamburg nennen in ihren Merkblättern fast dieselbe Grundausstattung. Dazu zählen Geburts-, Heirats- und Sterbeurkunden samt Stammbuch, Sparbücher, Kontoverträge und Wertpapiere, Versicherungspolicen, Renten- und Einkommensnachweise, Steuerbescheide, Zeugnisse, Miet- oder Leasingverträge sowie Testament, Patientenverfügung und Vollmachten. Das sind die Papiere, bei denen ein Verlust am meisten Arbeit macht, weil sich Inhalt und Datum nicht einfach neu ausstellen lassen.

Eine zweite Gruppe sind Papiere, von denen eine Kopie reicht: Personalausweis, Reisepass, Führerschein, Fahrzeugpapiere, Impfpass, Grundbuchauszüge, Änderungsbescheide, Beitragsbelege der Rentenversicherung, Rechnungen und Mitgliedsausweise. Die Stadt Hamburg begründet das bei Ausweisen und Fahrzeugpapieren mit der Sicherheit. Das passt zur Praxis, denn den echten Ausweis hast du bei einer Evakuierung ohnehin am Körper. Lege außerdem Fotos deines Hausrats dazu. Die Stadt Halle empfiehlt solche Aufnahmen, damit du Schäden gegenüber der Versicherung belegen kannst.

Bei einer Frage widersprechen sich die Quellen leicht. Hamburg führt Testament, Vollmachten und Verträge als Originale auf, Halle schreibt, die Mappe dürfe auch beglaubigte Abschriften oder Fotokopien enthalten. Beide Hinweise lassen sich verbinden: Das Original kommt in die Mappe, eine Kopie hinterlegst du zusätzlich an einem anderen Ort.

Wo bewahrst du die Mappe am besten auf?

Hamburg rät zu einem leicht zugänglichen, aber geschützten Platz, damit du die Mappe bei einer Evakuierung in Sekunden greifen kannst. Als Behälter empfiehlt die Stadt eine feuerfeste oder wasserdichte Box. Alle Familienmitglieder sollten wissen, wo sie steht, und sie kann neben dem Notfallrucksack liegen oder Teil davon sein. Wie du den Rucksack selbst packst, steht in unserem Artikel zur BBK-Checkliste für den Krisenfall.

Wichtig ist, was du vermeidest. Das Merkblatt der Stadt Halle warnt vor Orten mit starker Hitze oder Kälte, Staub, Feuchtigkeit und starken elektromagnetischen Feldern und nennt ausdrücklich ungedämmte Keller in Hochwassergebieten. Das ist kein theoretischer Hinweis. Kann bei dir Wasser in den Keller eindringen, gehört die Mappe in ein oberes Stockwerk. Mehr dazu findest du im Beitrag zu Hochwasser und Starkregen.

Wie sicherst du Dokumente digital?

Scans und Fotos ersetzen die Urkunde nicht, helfen aber enorm bei Anträgen und Rückfragen. Biallo empfiehlt Ende-zu-Ende-verschlüsselte Cloud-Anbieter aus Deutschland oder Europa, alternativ das lokale Verschlüsseln der Dateien, zum Beispiel mit 7-Zip, bevor du sie hochlädst. Für die Zugangsdaten nennt der Ratgeber einen Passwortmanager wie Bitwarden. Ein Scan ohne Schutz ist ein Risiko, denn in einer Mappe voller Ausweiskopien und Kontoverträge steckt alles, was jemand für Identitätsmissbrauch braucht.

Verlass dich nicht auf einen einzigen Datenträger. Die Stadt Halle weist darauf hin, dass Festplatten mechanisch ausfallen, USB-Sticks ihre Ladung verlieren und wiederbeschreibbare CDs durch Umwelteinflüsse leiden können. Ihr Rat: mehrere Kopien auf unterschiedlichen Systemen, regelmäßige Kontrolle und bei einem Defekt rechtzeitig auf ein neues Medium umkopieren. Außerdem können Programme zum Öffnen alter Dateiformate verschwinden, deshalb sollten Dateien nach einigen Jahren in ein aktuelles Format überführt werden. Feste Intervalle nennt die Stadt nicht. Ein fester Termin im Jahr, etwa der Jahreswechsel, erfüllt den Zweck.

Was gehört ins Vorsorgeregister?

Bei Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung hilft ein Original in der Mappe allein nicht, wenn niemand weiß, dass es existiert. Das Zentrale Vorsorgeregister nimmt Vorsorgevollmachten, Betreuungsverfügungen, Patientenverfügungen und den Widerspruch gegen das Ehegattennotvertretungsrecht auf. Laut Verbraucherzentrale (Stand 6. Oktober 2026) können Ärztinnen, Ärzte und Betreuungsgerichte darin nachsehen. Seit dem 1. Oktober 2026 lässt sich auch der Inhalt eines Dokuments hochladen, sodass Ärzte und Gerichte ihn lesen können. Das Original bleibt trotzdem nötig, denn die bevollmächtigte Person muss es zum Beispiel im Krankenhaus vorzeigen.

Zur Eintragung brauchst du eine der berechtigten Stellen, also Betreuungsbehörde, Betreuungsverein, Rechtsanwalt oder Notar. Du bringst das unterschriebene Original hin, eine Beglaubigung ist dabei freiwillig. Die Gebühr hängt von Zahlweg und Zahl der Vertrauenspersonen ab und beträgt bei Online-Registrierung mit Lastschrift nach Angaben der Verbraucherzentrale 20,50 Euro. Änderungen, Löschungen und Widerrufe sind kostenfrei.

Was tust du, wenn Papiere verloren gehen?

Bei Ausweisen zählt die Reihenfolge. Ein verlorener Reisepass muss sofort gemeldet werden, formlos schriftlich oder persönlich bei der Passbehörde oder der Polizei. Die Verlustbescheinigung ist laut den Angaben der Stadt Karlsruhe (Freigabe März 2026) gebührenfrei und wird in der Regel sofort ausgestellt. Der neue Pass kostet dort 70 Euro ab 24 Jahren und 37,50 Euro darunter, im Expressverfahren kommen 32 Euro dazu. Bearbeitungszeiten nennen die gelesenen Quellen nicht, plane deshalb Wartezeit ein.

Urkunden besorgst du beim Standesamt, Zeugnisse als beglaubigte Kopie bei der Schule oder Hochschule. Biallo nennt dafür meist 10 bis 20 Euro. Die Stadt Halle gibt zu bedenken, dass der Ersatz bestimmter Papiere schwierig oder sogar unmöglich sein kann, etwa bei Sparbüchern oder älteren Verträgen. Genau deshalb lohnt sich die Kopie an einem zweiten Ort: bei Verwandten, bei einer Notarin oder im Bankschließfach. Kosten für Schließfächer nennt keine der gelesenen Quellen, hier musst du bei deiner Bank nachfragen. Wie viel Bargeld du daneben bereithalten solltest, erklärt der Artikel zum Bargeld für den Notfall.

Familie, Baby und Senioren im Krisenfall: Was du zusätzlich vorbereiten musst

Für einen Haushalt mit Baby, Kleinkind oder pflegebedürftigem Angehörigen reicht die Standard-Rechnung des BBK nicht aus: Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz empfiehlt 2 Liter Wasser pro Person und Tag und einen Vorrat für 10 Tage, nennt für Säuglinge, Senioren und Pflegebedürftige aber keine eigenen Mengen. Du musst die Lücken selbst füllen, und zwar bei drei Dingen: Säuglingsnahrung muss nach BfR-Angaben innerhalb von 2 Stunden nach der Zubereitung verfüttert sein, kühlpflichtige Medikamente brauchen 2 bis 8 °C, und strombetriebene Pflegegeräte haben laut Apotheken Umschau Akkus, die nur wenige Stunden halten.

Kurz zusammengefasst: Plane für jede Person im Haushalt mindestens 20 Liter Wasser für 10 Tage ein, bei Flaschenkindern Pulvernahrung samt abgekochtem Wasser und eine Kochmöglichkeit für jede einzelne Mahlzeit. Ältere Menschen brauchen einen Medikamentenvorrat für mindestens zehn Tage, einen Plan für gekühlte Arzneimittel und Menschen, die regelmäßig nach ihnen sehen. Hängt jemand am Strom, informierst du Pflegedienst und Leitstelle vorab.

Was ändert sich am Vorrat, wenn ein Baby im Haushalt lebt?

Die Grundmenge bleibt: Laut BBK-Ratgeber „Vorsorgen für Krisen und Katastrophen“ sind es für drei Personen 18 Liter für 3 Tage, 30 Liter für 5 Tage und 60 Liter für 10 Tage, wobei 0,5 Liter pro Person und Tag zum Kochen gedacht sind. Das Heft erwähnt Kleinkinder und Haustiere nur mit dem Satz, dass du auch sie im Notfall versorgen musst, und führt Windeln unter den Hygieneartikeln auf. Eine Stückzahl nennt es nicht. Rechne deshalb mit dem tatsächlichen Verbrauch deines Kindes in einer normalen Woche und nimm das Anderthalbfache für zehn Tage mit, denn bei Stress und Durchfall steigt der Bedarf. Dazu kommen Feuchttücher, Wundschutzcreme und Müllbeutel mit Deckel, passend zu dem, was im Beitrag zur Notfalltoilette und Hygiene steht.

Stillst du, hast du einen Vorteil. Die Nationale Stillkommission bezeichnet Muttermilch laut einer BfR-Presseinformation von 2012 als hygienisch einwandfrei, jederzeit verfügbar und richtig temperiert. Die Quelle ist älter, die Aussage ist aber unstrittig. Auch dann lohnt ein kleiner Vorrat an Pulvernahrung, falls die Mutter ausfällt oder zugefüttert werden muss.

Wie bereitest du Säuglingsnahrung ohne Strom sicher zu?

Das Bundesinstitut für Risikobewertung hat seine Empfehlung im März 2022 aktualisiert. Danach verwendest du in den ersten Lebensmonaten abgekochtes Trinkwasser und schüttest das Pulver bei einem reif geborenen, gesunden Säugling mit Wasser zwischen etwa 20 und 50 °C an. Die Nahrung soll in höchstens 15 Minuten auf Trinktemperatur kommen, innerhalb von 2 Stunden verfüttert werden, und Reste gehören weg. Flaschen und Sauger spülst du nach Gebrauch sofort aus und kochst sie in den ersten Monaten mindestens 2 Minuten ab.

Das heißt für den Stromausfall: Du brauchst einen Gas- oder Spirituskocher für draußen oder einen gut belüfteten Raum (die Gefahren dazu stehen im Beitrag zur Kohlenmonoxid-Gefahr), einen Topf, Brennstoff und eine Thermoskanne. Den Flaschenwärmer ersetzt der Handgelenktest: Die Tropfen dürfen sich weder warm noch heiß anfühlen. Vorbereitete Flaschen auf Vorrat helfen nicht weiter, denn nach BfR-Angaben vermehrt sich der Keim Cronobacter bei 37 bis 43 °C mit einer Generationszeit von rund 20 Minuten. Gefährdet sind vor allem Säuglinge unter 2.500 Gramm Geburtsgewicht und immungeschwächte Kinder. Die WHO rät zu Wasser von mindestens 70 °C, das BfR hält das im Haushalt wegen Nährstoffverlusten und Verbrühungsgefahr für riskant. Bei Frühgeborenen sprichst du die Wassertemperatur mit der Kinderärztin ab.

Was brauchen ältere Menschen zusätzlich?

Das BBK nennt für Senioren keine eigenen Empfehlungen, weist aber darauf hin, dass Vorbereitung individuell ist. Für Medikamente hält es einen Vorrat von mindestens zehn Tagen für sinnvoll und empfiehlt einen Medikamentenplan. Die Apotheken Umschau rät chronisch Kranken, mit Arzt und Apotheke zu klären, ob sich Vorräte verordnen lassen. Dazu gehören Ersatzbrille sowie Batterien und Ladegeräte für Hörgerät, Blutdruck- und Blutzuckermessgerät.

Bei Insulin und anderen kühlpflichtigen Arzneien gelten 2 bis 8 °C. Die Apotheken Umschau nennt etwa acht Stunden ohne Strom als Grenze, ab der die Lagerung kritisch wird. Die AOK-Broschüre zur Krisenvorsorge für Pflegebedürftige (Stand Dezember 2024) gibt für Lebensmittel im Kühlschrank etwa vier Stunden an, für einen vollen Gefrierschrank etwa 48 Stunden. Die Zeiträume gelten für verschiedene Dinge und lassen sich nicht gleichsetzen, deshalb frag die Apotheke, wie lange dein Präparat ungekühlt haltbar ist, und leg ein Thermometer in den Kühlschrank. Mehr dazu steht im Beitrag zu Kühlschrank und Gefrierschrank.

Beim Trinken lohnt Aufmerksamkeit. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt laut Verbraucherzentrale NRW etwa 1,5 Liter täglich, und das Durstempfinden lässt im Alter nach. Wenn es kalt ist und ein Heizungsausfall droht, hilft der Beitrag Heizen ohne Strom, denn warme Getränke aus der Thermoskanne gehören bei älteren Menschen zur Grundausstattung.

Was tun, wenn Pflegebedürftige am Strom hängen?

Die AOK-Broschüre empfiehlt, den Hausarzt oder Pflegedienst vorab zu informieren, welche Geräte laufen, etwa Beatmung oder Sauerstoff, und zu fragen, ob Ersatzstrom nötig ist. Ersatzakkus und Batterien für diese Geräte gehören in den Vorrat. Eine elektrische Wechseldruckmatratze ersetzt du im Notfall durch eine normale Schaumstoffmatratze, Bad- und Treppenlifte können ausfallen, und schlechtes Licht erhöht das Sturzrisiko. Braucht jemand Brei, lagert pürierte Kost in Gläsern oder Trinknahrung, weil der Mixer ausfällt. Frag deinen Pflegedienst außerdem, wie er im Krisenfall arbeitet, und klär, wer den Schlüssel hat und wer koordiniert.

Zwei Hilfen kommen dazu. Die SOS-Notfalldose aus der Apotheke oder vom DRK gehört in den Kühlschrank, mit Aufklebern an der Kühlschranktür und innen an der Haustür. Und es gibt Notfallregister: Der Verein Notfallregister, der im Oktober 2022 startete, gibt der Leitstelle Zugriff auf die Wohnorte angemeldeter Menschen und sortiert sie in drei Dringlichkeitsstufen, mit Heimbeatmung und Heimdialyse an der Spitze. Das ist ein privates Angebot und eine ältere Meldung, ob deine Leitstelle damit arbeitet, musst du dort erfragen. Einige Kommunen führen laut Apotheken Umschau eigene Register. Zusätzlich hilft ein einfaches Warnsystem, wie es der Beitrag zu den Warn-Apps erklärt.

Meine Einschätzung: Die verbreitete Annahme lautet: Mit der abgearbeiteten BBK-Liste ist die ganze Familie versorgt. Die Zahlen sprechen dagegen. Die Liste rechnet mit 2 Litern pro Person und 10 Tagen, aber für Säuglingsnahrung gilt eine Frist von 2 Stunden bis zum Verfüttern, für Medikamente eine Kühlgrenze von etwa 8 Stunden und für Pflegegeräte mit Akku eine Laufzeit von wenigen Stunden. Das sind Zeitfenster, in denen kein Vorrat im Keller hilft, sondern nur ein Plan und eine Person, die ihn kennt. Sprich ihn darum diese Woche mit Nachbarn und Pflegedienst durch, nicht erst im Ernstfall.

Preppen in der Mietwohnung: Vorrat, Keller und Hausordnung

Auch in der Mietwohnung gilt die Grundregel des BBK: Vorrat für zehn Tage. Bei Wasser sind das laut Verbraucherzentrale Niedersachsen mindestens zwei Liter pro Person und Tag, also 20 Liter je Person, bei zwei Personen 40 Liter. Dazu kommen Lebensmittel für rund 2.200 Kilokalorien pro Kopf und Tag, so nennt es das BBK, wie die Verbraucherzentrale Niedersachsen wiedergibt. Das passt in Schrank, Flurregal und Bettkasten. Die Grenzen setzen eher Mietvertrag und Hausordnung: Keller, Treppenhaus und Balkon gehören dir nur eingeschränkt.

Kurz zusammengefasst: Lagere den Zehn-Tage-Vorrat in deinen Wohnräumen, nutze den Keller nur, wenn der Mietvertrag ihn dir zuweist, lass Gasflaschen und Benzin draußen vor und koche mit Gas ausschließlich im Freien. Für ein Notstromaggregat auf dem Balkon musst du mit Ärger vom Vermieter rechnen, ein Akku ist die ruhigere Wahl.

Wie viel Platz brauchst du für den Vorrat in der Mietwohnung?

Beim Wasser lässt sich der Platzbedarf genau berechnen. Die Verbraucherzentrale Niedersachsen rechnet mit 1,5 Litern zum Trinken und 0,5 Litern zum Kochen und Waschen pro Person und Tag. Die BBK-Broschüre „Vorsorgen für Krisen und Katastrophen“ führt für drei Personen 60 Liter über zehn Tage auf. Für zwei Personen ergeben sich 40 Liter, nach meiner Rechnung etwa fünf Sechserpacks mit 1,5-Liter-Flaschen. Die Mengen für Lebensmittel nennt die Verbraucherzentrale nicht in Kilogramm, sondern verweist auf den Vorratskalkulator auf ernaehrungsvorsorge.de, der nach Zeitraum und Personenzahl rechnet. Wie du den Vorrat rotierst und beschriftest, steht im Beitrag zum richtigen Lagern deines Krisenvorrats.

Wenn der Platz knapp ist, fang klein an. Das BBK nennt einen Vorrat für drei Tage als sinnvollen Einstieg und zehn Tage als Ziel. Du kannst also mit einem Karton Konserven und einem Wasserkasten beginnen und alle paar Wochen etwas ergänzen.

Wo lagerst du Wasser und Lebensmittel, wenn nur die Wohnung bleibt?

Die Verbraucherzentrale Niedersachsen empfiehlt einen kühlen, dunklen und trockenen Platz. Konserven halten dort etwa fünf Jahre, wenn die Temperatur 19 °C nicht übersteigt. In einer Wohnung heißt das: weg von Heizkörper, Herd und Fenster mit Sonneneinstrahlung. Der Boden des Kleiderschranks, der Raum unter dem Bett, ein Regal im Flur oder eine Kiste im Abstellraum erfüllen diese Bedingungen meist besser als die Küche. Wasser in PET-Flaschen braucht laut Verbraucherzentrale Schutz vor Wärme und UV-Licht, weil Kunststoff Gerüche aufnehmen und den Geschmack verändern kann. Glas hält am längsten. Gewölbte Dosendeckel zeigen verdorbenen Inhalt an, solche Dosen gehören in den Müll.

Tiefkühlware zählt nicht als Vorrat, denn sie hält bei Stromausfall nur begrenzt. Wie lange Kühl- und Gefrierschrank durchhalten, zeigt der Beitrag Kühlschrank und Gefrierschrank bei Stromausfall. Bargeld und Wertsachen lagerst du ebenfalls nicht im Keller, dazu mehr im Artikel über Bargeld für den Notfall.

Darfst du den Mieterkeller und das Treppenhaus für Vorräte nutzen?

Das hängt vom Mietvertrag ab. Laut Stuttgarter Zeitung hast du nur dann Anspruch auf einen bestimmten Kellerraum, wenn der Vertrag ihn nennt. Dann darfst du darin alles lagern, was zum Haushalt gehört, Lebensmittel eingeschlossen, solange sie gegen Schädlinge verschlossen sind. Gemeinschaftsräume wie Trockenraum oder Fahrradkeller dürfen nach einem Urteil des OLG Karlsruhe, das die Zeitung zitiert, nicht als Lager für Hausrat dienen. Das Treppenhaus fällt ebenfalls aus, denn es ist Fluchtweg.

Expert Insight: Der BBK-Ratgeber warnt davor, bei einem Brand durch verrauchte Räume oder Treppenhäuser zu fliehen, und empfiehlt Rauchmelder in allen Räumen außer Bad und Küche. Für dich als Mieter folgt daraus: Kartons und Wasserkästen stehen nie im Flur zur Wohnungstür und nie vor Fenstern, die im Notfall als Ausgang dienen.

Was darfst du als Mieter auf keinen Fall einlagern?

Die Stuttgarter Zeitung nennt entzündliche Stoffe wie Benzin, alte Farben und Desinfektionsmittel als heikel und beziffert die Obergrenze für brennbare Flüssigkeiten auf 20 Liter. Druckgasbehälter sind danach ganz verboten. Das Portal echo24 berichtet unter Berufung auf Promietrecht von höchstens einem Liter Brennspiritus und warnt, dass die Lagerung gefährlicher Stoffe zur fristlosen Kündigung führen kann. Beide Angaben stammen aus Presseberichten, nicht aus einem Gesetz. Verbindlich sind dein Mietvertrag und die Hausordnung, also lies beides, bevor du Kartuschen oder Kanister kaufst. Für Camping-Gaskartuschen heißt das: im Zweifel vorher beim Vermieter nachfragen und die Antwort schriftlich festhalten.

Wie kochst und heizt du ohne Strom, wenn Balkon und Gasflasche Grenzen setzen?

Das BBK schreibt, dass Gaskocher sowie Gas- und Holzkohlegrills nur im Freien benutzt werden dürfen. In geschlossenen Räumen setzen sie Kohlenmonoxid frei, und eine Vergiftung ist lebensgefährlich. Das BBK empfiehlt geprüfte CO-Melder. Für das Aufwärmen von Essen in der Wohnung nennt die BBK-Broschüre ein Teelicht im Stövchen. Welche Kocher und Brennstoffe in deiner Wohnung zulässig sind, regelt die Hausordnung, und ob dein Vermieter einen Grill auf dem Balkon duldet, steht ebenfalls dort.

Wichtiger Hinweis: Ein Gaskocher in der Küche oder im Bad ist kein Notbehelf, sondern eine Gefahr für alle im Haus. Laut BBK gehören Gaskocher und Grills ausschließlich ins Freie. Mehr zu Melderarten und Platzierung findest du im Beitrag Kohlenmonoxid bei Stromausfall.

Zum Thema Wärme im Winter hilft der Artikel Heizen ohne Strom. Er zeigt, was in einer Wohnung ohne Kamin tatsächlich funktioniert.

Darfst du ein Notstromaggregat auf dem Balkon betreiben?

Dazu gibt es eine Einzelentscheidung: Das Amtsgericht Berlin-Wedding hat am 22. Juni 2022 (Az. 7 C 92/22) entschieden, dass der zeitweise Betrieb eines Notstromaggregats auf dem Balkon eine Pflicht aus dem Mietverhältnis verletzt. Für eine fristlose Kündigung reichte das nicht, weil nach § 543 Abs. 3 BGB zuerst eine Abmahnung nötig ist. Das Urteil ist vier Jahre alt, stammt von einem Amtsgericht und bindet andere Gerichte nicht. Es zeigt aber, wie ein Streit ausgehen kann. Abgase, Lärm und Benzin im Haus sprechen gegen Verbrenner im Mehrfamilienhaus. Eine Powerstation läuft leise und ohne Abgase, einen Vergleich findest du im Beitrag Powerstation mit Solarpanel, und was ein Balkonkraftwerk im Stromausfall leistet, steht ebenfalls auf dieser Seite.

Wie hilft dir die Hausgemeinschaft im Krisenfall?

Die BBK-Broschüre rät, Nachbarn bei Gefahr zu warnen, offizielle Warnungen weiterzugeben, weil nicht alle sie empfangen, und gemeinsam zu besprechen, wie ihr euch unterstützt. In einem Mehrfamilienhaus ist das ein echter Vorteil gegenüber dem Einfamilienhaus: Jemand besitzt vielleicht ein Kurbelradio, jemand einen CO-Melder, und im vierten Stock wohnt eine Person, die Hilfe beim Treppensteigen braucht. Wie die Warnungen aufs Handy kommen, erklärt der Vergleich von NINA, KATWARN und Cell Broadcast. Eine Checkliste für den Start liefert die Zusammenfassung der BBK-Checkliste.

Häufige Fragen zum Preppen in der Mietwohnung

Wie viel Wasser brauchen zwei Personen für zehn Tage?
Mindestens 40 Liter, also zwei Liter pro Person und Tag nach Angabe der Verbraucherzentrale Niedersachsen. Die BBK-Broschüre nennt für drei Personen 60 Liter in zehn Tagen.
Wie lange halten Konserven in der Wohnung?
Laut Verbraucherzentrale Niedersachsen etwa fünf Jahre, wenn du sie dunkel lagerst und die Temperatur 19 °C nicht übersteigt. Prüfe regelmäßig die Deckel auf Wölbungen.
Reichen drei Tage Vorrat für den Anfang?
Das BBK nennt drei Tage als sinnvollen Einstieg. Empfohlen bleibt ein Vorrat für zehn Tage, den du Schritt für Schritt aufbaust.
Darf ich Vorräte im Gemeinschaftskeller abstellen?
Nach dem von der Stuttgarter Zeitung zitierten Urteil des OLG Karlsruhe nicht, wenn es sich um Gemeinschaftsräume wie Trockenraum oder Fahrradkeller handelt. Ein Kellerraum, den dir der Mietvertrag zuweist, darf für Lebensmittel dienen.
Cyberangriff und KRITIS-Ausfall: Was du zu Hause vorbereiten kannst

Cyberangriff und KRITIS-Ausfall: Was du zu Hause vorbereiten kannst

Ein Cyberangriff legt bei dir zu Hause in aller Regel nicht das Licht aus, sondern Behörden, Bezahlsysteme und Netze: Beim Angriff auf den IT-Dienstleister Südwestfalen-IT, der in der Nacht zum 30. Oktober 2023 entdeckt wurde, hatten über 70 Kommunen mit rund 1,7 Millionen Einwohnern wochenlang stark eingeschränkte Bürgerdienste, und erst im Oktober 2024 waren nach Angaben des Dienstleisters 98 Prozent der gestörten Dienste wieder verfügbar. Das BKA zählte für 2025 insgesamt 1.041 angezeigte Ransomware- und Erpressungsfälle mit Datendiebstahl, nach 950 im Vorjahr. Für dich heißt das: Bargeld für ein paar Tage, ein Vorrat, der ohne Internet auskommt, und Datensicherungen, die ein Angreifer nicht mitverschlüsselt.

Geöffneter Serverschrank mit dicht verlegten Kabeln

Kurz zusammengefasst: Realistisch ist der Ausfall einzelner Dienste über Tage bis Monate, etwa Ämter, Kartenzahlung oder Online-Konten. Dagegen helfen ein Bargeldpolster, ein haltbarer Vorrat und Sicherungskopien, die getrennt vom Rechner liegen.
Das Wichtigste in Kürze:

  • Bargeld für 3 bis 4 Tage nennt die niederländische Verbraucherberatung Nibud als Richtwert, Schweden empfiehlt mindestens eine Woche.
  • Regelmäßige Datensicherungen sind die Grundlage, um nach einer Verschlüsselung wieder an deine Daten zu kommen (IHK Bayreuth).
  • Ein batteriebetriebenes Radio und offline gespeicherte Telefonnummern funktionieren, wenn Apps und Cloud nicht erreichbar sind.
  • Rechne bei Behördengängen mit Wartezeiten von Wochen, nicht Stunden.

Was passiert bei einem Cyberangriff auf kritische Infrastruktur wirklich?

Unter KRITIS fallen Strom, Wasser, Gesundheit, Verkehr, Finanzen und Verwaltung. Ein belegter Fall, in dem ein Cyberangriff in Deutschland die Stromversorgung großflächig lahmgelegt hätte, taucht in den Quellen, die ich für diesen Artikel gelesen habe, nicht auf. Die dokumentierten Ausfälle treffen eher Dienstleister im Hintergrund: Rechenzentren von Kommunen, Krankenhäuser, Unternehmen. Wie es mit dem Strom aussieht, kannst du in unserem Beitrag zur Wahrscheinlichkeit eines Blackouts nachlesen. Hier geht es um den wahrscheinlicheren Fall, dass Systeme verschlüsselt werden und Dienste stillstehen, während Strom und Wasser weiterlaufen.

Wie lange dauerte der Ausfall bei der Südwestfalen-IT?

Die Angreifer waren nach Auswertung der Ermittlungen schon seit dem 18. Oktober 2023 im Netz, die Verschlüsselung begann am 29. Oktober, entdeckt wurde sie in der Nacht zum 30. Oktober. Der Dienstleister fuhr alle Systeme herunter. Die Kfz-Zulassung stand still, weil das Zentrale Fahrzeugregister nicht erreichbar war; der Kreis Siegen-Wittgenstein konnte nach etwa zwei Wochen wieder zulassen, mit Hilfe der Nachbarkreise. Sozialämter konnten Anträge nicht bearbeiten, in Menden waren Zahlungen von Bürgergeld und Wohngeld unterbrochen. Ausweise und Pässe stellten die Kommunen laut Kommunalwiki erst Ende März 2024 wieder aus. Die Wiederherstellung begann am 13. November 2023, der Zeitplan dafür wurde am 8. Dezember zurückgenommen. Das Lösegeld wurde laut CIO.de nicht gezahlt.

Bei der Einwohnerzahl weichen die Quellen ab: Das Kommunalwiki nennt 1,1 Millionen Einwohner in den Kreisen Soest und Hochsauerland, CIO.de spricht von 1,7 Millionen in über 70 Kommunen. Welche Zahl stimmt, hängt davon ab, welche Gemeinden man mitzählt. Sicher ist, dass die Ausfälle Menschen in sehr vielen Orten trafen und dass Fachverfahren erst nach Monaten wieder vollständig liefen.

Wie häufig sind Angriffe, und wen trifft es?

Das Bundeslagebild Cybercrime des BKA (Berichtsjahr 2025, nach dpa-Meldung vom 13. Mai 2026) nennt knapp 334.000 Cybercrime-Delikte, davon rund 126.000 mit Tatort in Deutschland. Rund 90 Prozent der Ransomware-Angriffe richteten sich gegen kleine und mittlere Unternehmen. Nur sieben Prozent der Betroffenen zahlten 2025 nach eigenen Angaben Lösegeld, 2024 waren es neun Prozent. Wenn gezahlt wurde, lag die durchschnittliche Summe bei rund 456.300 US-Dollar, gut 387.000 Euro. Die Zahl der DDoS- und Hacktivisten-Angriffe stieg laut BKA um 224 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Das BSI verzeichnete im Lagebericht vom November 2025 für den Zeitraum Juli 2024 bis Juni 2025 täglich 24 Prozent mehr neu entdeckte Schwachstellen. Gleichzeitig gingen finanziell motivierte Angriffe um neun Prozent zurück, was das BSI auch auf internationale Ermittlungen zurückführt. Die Lage ist also angespannt, aber kein ungebremster Anstieg bei allen Zahlen.

Welche Folgen spürst du zu Hause zuerst?

Am schnellsten merkst du es beim Bezahlen und bei Behörden. Fällt ein Zahlungsdienstleister aus, funktionieren Karte, Handy und Geldautomat nicht, das war der Anlass für den Aufruf des niederländischen Bankenverbands NVB, etwas Bargeld im Haus zu haben. Danach folgen Verwaltungsvorgänge wie Ummeldung, Kfz oder Sozialleistungen, wie die Südwestfalen-Fälle zeigen. Plane deshalb für Fristen, Anträge und Zahlungen einen Puffer ein. Wenn eine Leistung zum Monatsanfang ausbleibt, brauchst du Rücklagen für Miete und Lebensmittel.

Wie viel Bargeld und welcher Vorrat sind sinnvoll?

Das BBK rät in seinem Ratgeber zu einer ausreichenden Bargeldreserve im Haus, nennt aber im Zusammenhang mit Stromausfällen keine Summe. Als Anhaltspunkt dienen Nachbarländer: Die niederländische Verbraucherberatung Nibud empfiehlt, den Bedarf für 3 bis 4 Tage zu berechnen, eine schwedische Broschüre nennt mindestens eine Woche. Nach dem niederländischen Aufruf stiegen die Barabhebungen um etwa 10 Prozent. Der dortige Versicherungsverband rät, die Hausratversicherung zu prüfen, weil Bargeld nur bis zu einer vertraglich vereinbarten Summe versichert ist. Wie du die Summe wählst und sicher aufbewahrst, steht in unserem Artikel zum Bargeld für den Notfall. Beim Essen gilt dasselbe wie sonst: Was ohne Kühlung und ohne Kochstrom haltbar ist, bleibt nutzbar, Hinweise zur Lagerung findest du im Beitrag zum Krisenvorrat.

Was gehört zur digitalen Vorsorge?

Die IHK Bayreuth empfiehlt regelmäßige Datensicherungen, mit denen du nach einer Verschlüsselung durch Schadsoftware wiederherstellen kannst, dazu eine Notfallkarte des BSI mit Meldewegen und das Üben des Ernstfalls. Die Seite nennt keine Offline-Lagerung ausdrücklich. Es liegt aber auf der Hand, dass eine Festplatte, die dauerhaft am Rechner hängt, bei einem Angriff mitverschlüsselt werden kann; eine Kopie, die du nach dem Sichern abziehst und woanders aufbewahrst, schützt davor. Dazu gehören ausgedruckte oder offline gespeicherte Telefonnummern von Familie, Bank und Hausarzt, die wichtigsten Kontodaten auf Papier und ein Passwortmanager, dessen Datenbank du auch lokal exportiert hast. Hersteller und Dienste können ausfallen, deine Notizen im Ordner nicht.

Wie bleibst du informiert, wenn Netze gestört sind?

Ein Radio mit Batterien oder Kurbel empfängt Meldungen, auch wenn Mobilfunk oder Internet nicht laufen. Welche Warnkanäle es gibt und wo ihre Grenzen liegen, erklärt der Vergleich der Warn-Apps. Für den Kontakt zur Familie ohne Netz taugen Handfunkgeräte, die Reichweiten und Regeln stehen im Artikel zum Funk im Krisenfall. Wichtig ist, dass du die Geräte vorher einmal ausprobierst, nicht erst im Ernstfall.

Hochwasser und Starkregen: So bereitest du Haus und Keller vor

Auf Hochwasser und Starkregen bereitest du dich in vier Schritten vor: Du prüfst das Risiko deiner Adresse, sicherst den Keller gegen Rückstau, legst fest, wann du Strom und Heizung abschaltest, und klärst deinen Versicherungsschutz. Das lohnt sich, weil ein Schaden schnell teuer wird. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherer (GDV) nennt für 2025 einen durchschnittlichen Elementarschaden von rund 4.700 Euro, und seit Beginn der Messung 2002 liegen die Elementarschäden im Mittel bei etwa 2 Milliarden Euro pro Jahr. Gleichzeitig haben nach GDV-Angaben vom Juni 2026 rund 41 Prozent der Wohngebäude keinen Elementarschutz.

Kurz zusammengefasst: Die größten Hebel sind eine gewartete Rückstausicherung (bei Räumen unter Straßenniveau eine Hebeanlage), ein frühzeitig abgeschalteter Strom, gegen Aufschwimmen gesicherte Öltanks und ein Elementarschutz, der Rückstau ausdrücklich einschließt. Notfallgepäck für mindestens zwei Tage und eine Warn-App runden die Vorsorge ab.

Wie groß ist die Gefahr für dein Haus wirklich?

Die Flut im Juli 2021 hat gezeigt, wie weit Wasser gehen kann: Nach Angaben der Bundesregierung starben mehr als 180 Menschen, und der Bund hat einen Aufbaufonds von bis zu 30 Milliarden Euro eingerichtet. Von diesem Geld waren bis zum 30. Juni 2026 erst rund 6,2 Milliarden Euro abgerufen. Das Ahrtal ist ein Extremfall, aber Wasser im Keller entsteht auch viel harmloser. Das Bayerische Landesamt für Umwelt weist darauf hin, dass Starkregen auch außerhalb ausgewiesener Überschwemmungsgebiete Hochwasser auslösen kann. Ein Haus am Hang, in einer Senke oder mit Kellerabgang an der Straße kann also gefährdet sein, obwohl der nächste Fluss weit weg liegt.

Erster Schritt ist deshalb eine Abfrage bei der Gemeinde oder im Hochwasserportal deines Bundeslandes. Das BBK rät sogar, vor dem Kauf eines Grundstücks oder Gebäudes das örtliche Hochwasserrisiko bei der Kommune zu erfragen. Die Verbraucherzentrale beziffert den Anteil der Gebäude in den beiden Zonen mit hohem Risiko laut GDV auf 1,5 Prozent. Das klingt wenig, bedeutet aber nicht, dass der Rest sicher ist: Versicherer können auch Häuser außerhalb von Risikogebieten ablehnen, wenn bei Starkregen wiederholt Wasser in den Keller gelaufen ist.

Was schützt den Keller vor Rückstau?

Bei Starkregen ist die Kanalisation schnell überlastet, und das Wasser drückt aus den Abflüssen zurück ins Haus. Nach Auskunft der Verbraucherzentrale NRW laufen dann tief liegende Hauseingänge, Keller und Souterrainräume unterhalb der Rückstauebene voll. Dabei haftest du als Eigentümer selbst: Kommunen haften für Rückstauschäden an privaten Häusern nicht, und die Haftung bleibt bei dir, auch wenn du entgegen der Entwässerungssatzung keine Sicherung eingebaut hast.

Zwei Bauteile sind wichtig, und sie machen nicht dasselbe. Eine Rückstauklappe verhindert, dass Wasser aus dem öffentlichen Kanal eindringt, sie sorgt aber nicht dafür, dass dein eigenes Abwasser abfließt. Sind unter Straßenniveau Räume bewohnt oder gibt es dort Toilette und Dusche, schützt laut Verbraucherzentrale nur eine Hebeanlage das Gebäude angemessen. Das BBK empfiehlt zusätzlich einen Pumpensumpf im Keller samt bereitgestellter Abwasserpumpe. Preise nennen die beiden Quellen nicht; einen Fachbetrieb für Sanitär solltest du ohnehin entscheiden lassen, wo die Sicherung hingehört.

Wichtig ist die Wartung. Hebeanlagen und Rückstauverschlüsse müssen regelmäßig geprüft werden, und im Schadensfall kann der Versicherer einen Nachweis verlangen. Feuchttücher, Essensreste und Haare können eine Klappe blockieren und gehören in den Hausmüll. Bevor du verreist, verriegelst du die Klappe und schließt die Kellerfenster.

Was tust du, wenn das Wasser tatsächlich steigt?

Das BBK nennt in seinem Flyer „Empfehlungen bei Hochwasser“ (Januar 2023) mehrere Punkte, die du vorher organisieren solltest. Den Strom für gefährdete Gebäudeteile schaltest du frühzeitig ab, und du solltest wissen, welche Sicherung dafür zuständig ist. Heizöl- und Gastanks müssen gegen Aufschwimmen gesichert sein; nach dem Hochwasser lässt du Heizöltanks von Fachleuten prüfen. Treten gesundheits-, wasser- oder umweltgefährdende Stoffe aus, rufst du sofort die Feuerwehr unter 112.

Zum Abdichten empfiehlt das BBK wasserfeste Sperrholzplatten, Silikon für Türen und Fenster sowie Sandsäcke. Das Bayerische Landesamt für Umwelt rät, Sandsäcke, Pumpen und Schläuche rechtzeitig zu beschaffen. Wertsachen und Elektrogeräte stellst du aus dem Keller nach oben. Gefährdete Ufer und überflutete Straßen meidest du. Vorbeugend nennt das BBK, Elektroverteilung und Gasheizung in hochwassergeschützten Bereichen zu installieren, das Landesamt rät, die Heizung höher zu setzen. Das sind Umbauten für eine Sanierung, nicht für den Abend vor dem Pegelhöchststand.

Fällt der Strom aus, gelten zusätzlich die Regeln aus unserem Beitrag zum Kohlenmonoxid bei Stromausfall. Das BBK empfiehlt für wichtige Verbraucher eine autarke Stromversorgung; welche Powerstation dafür in Frage kommt, steht im Powerstation-Vergleich.

Was gehört ins Notfallgepäck, und wie wirst du gewarnt?

Für den Fall, dass du das Haus verlassen musst, packst du ein Gepäck mit wichtigen Medikamenten und Dokumenten, Wechselkleidung, Taschenlampe und ausreichend Wasser; so steht es im BBK-Flyer. Das Bayerische Landesamt für Umwelt nennt zusätzlich Erste-Hilfe-Material, Hygieneartikel, ein Ersatzhandy und ein akkubetriebenes Radio und rechnet mit Vorräten für mindestens zwei Tage. Dokumente gehören wasserdicht verpackt. Dieses Gepäck ist für die Evakuierung gedacht, es ersetzt nicht den Vorrat zu Hause; dazu findest du die Empfehlungen des Bundesamts in der BBK-Checkliste, und wie du Vorräte lagerst, erklärt unser Beitrag Krisenvorrat richtig lagern.

Warnungen erreichen dich nur, wenn du sie empfangen kannst. Das Landesamt empfiehlt eine Warn-App oder Radiodurchsagen. Welche App was kann, haben wir im Vergleich von NINA, KATWARN und Cell Broadcast beschrieben. Zusätzlich legst du mit deiner Familie fest, wer was übernimmt, wohin Kranke, Hilfsbedürftige und Tiere gebracht werden und welchen Fluchtweg ihr nehmt.

Zahlt die Versicherung, wenn der Keller voll läuft?

Nicht automatisch. Die Verbraucherzentrale NRW weist darauf hin, dass Rückstau nicht in jeder Hausrat- oder Wohngebäudeversicherung enthalten ist; du musst das Risiko ausdrücklich in einer Elementarschadenversicherung absichern. Laut Verbraucherzentrale ist Wasser nicht gedeckt, das nur durch offene Fenster oder Türen eindringt, und Grundwasser, das von unten ins Mauerwerk drückt, ist ebenfalls ausgenommen. Ohne funktionierende Rückstausicherung kann der Schutz entfallen. Mieter prüfen, ob ihre Hausratversicherung eine Elementarschadenklausel enthält; bei Kellerschäden kann es nötig sein, Sachen erhöht zu lagern.

Bei der Verbreitung weichen die Zahlen leicht ab. Der GDV spricht im Juni 2026 von rund 41 Prozent Wohngebäuden ohne Elementarschutz, die Verbraucherzentrale nennt im Juli 2026 rund 57 Prozent versicherte Privathäuser. Beide Angaben liegen nah beieinander, doch keine der Quellen nennt einen genauen Stichtag. Der GDV schreibt außerdem, die Ahr-Flut habe die Abdeckung nur um etwa 10 Prozent gesteigert. Nach dem Koalitionsvertrag sollen Versicherer neue Wohngebäudeverträge künftig nur noch mit Elementarschutz anbieten; ein Datum ist in der Quelle nicht genannt.

Notfalltoilette und Hygiene bei Stromausfall: Was du vorrätig haben solltest

Eine Notfalltoilette besteht im einfachsten Fall aus einem Eimer mit zwei stabilen Müllbeuteln und Katzenstreu, Asche oder Sägemehl als Saugmaterial. Die Berufsfeuerwehr Heilbronn empfiehlt stattdessen eine Campingtoilette mit Ersatzbeuteln oder Ersatzflüssigkeit. Bei einem großflächigen Stromausfall kann auch das Leitungswasser ausfallen, deshalb gehört neben der Toilette auch ein Vorrat an Brauchwasser, Seife und Feuchttüchern ins Haus.

Bunte Toilettenpapierrollen in Reihen an einer Wand

Kurz zusammengefasst: Als Vorrat nennt die Feuerwehr Heilbronn Campingtoilette mit Ersatzbeuteln, Feuchttücher, Müllbeutel und Toilettenpapier, das BBK ergänzt Seife, Waschmittel und Haushaltshandschuhe. Eine Eimertoilette fasst etwa 19 Liter und wird mit zwei Beuteln ausgekleidet. Der durchschnittliche Wasserverbrauch in Deutschland lag 2024 bei 122 Litern pro Person und Tag. Wasser aus Badewanne, Eimern und Kanistern dient als Brauchwasser für Hygiene und Toilette.

Warum wird Hygiene bei Stromausfall zum Problem?

Weil Wasser, Abwasser und Müllabfuhr an Technik hängen. Die Feuerwehr Heilbronn weist darauf hin, dass bei einem großflächigen Stromausfall das Leitungswasser ausfallen kann und mangelnde Hygiene Seuchen begünstigt. Das trifft nicht jeden Stromausfall, es ist aber der Fall, auf den man sich vorbereitet.

Wie viel Wasser dabei fehlt, zeigt der Durchschnittsverbrauch: Nach dem Branchenverband BDEW lag er 2024 bei 122 Litern pro Einwohner und Tag. Bei einem Ausfall von vier Tagen, wie er in Berlin im Januar 2026 rund 45.400 Haushalte traf, wären das rechnerisch 488 Liter pro Person. Die Ausfalldaten stehen im Beitrag Blackout-Wahrscheinlichkeit in Deutschland.

Wie baut man eine Notfalltoilette?

Mit einem Eimer oder der Toilettenschüssel, zwei Müllbeuteln und Saugmaterial. Die Gesundheitsbehörde des US-Bezirks King County beschreibt die Eimer-Beutel-Methode so: Ein Eimer mit etwa 19 Litern oder die Toilettenschüssel wird mit zwei stabilen Müllbeuteln ausgekleidet, auf den Boden kommt Katzenstreu, Kaminasche oder Sägemehl. Am Tagesende werden die Beutel fest verschlossen und an einem geschützten Ort wie Garage, Keller oder Nebengebäude gelagert, bis eine sichere Entsorgung möglich ist.

Das BBK nennt im Ratgeber für Notfallvorsorge von 2013 eine Campingtoilette mit Ersatzflüssigkeit als gute Alternative bei Wasserknappheit. In der Checkliste steht sie zusammen mit Ersatzbeuteln, eine Menge nennt das BBK nicht. Eine Grubenlatrine im Garten beschreibt King County ebenfalls, mit mindestens 0,9 Metern Tiefe und Erde, Kalk, Mulch oder Asche nach jeder Nutzung. Sie ist für städtische Gebiete nicht gedacht. Ob sie auf dem eigenen Grundstück erlaubt ist, hängt vom Ort ab und sollte bei der Gemeinde erfragt werden.

Wie entsorgt man die Beutel?

Nach King County über die öffentliche Kanalisation, eine Klärgrube oder durch Vergraben auf dem eigenen Grundstück. In den Hausmüll dürfen die Beutel nur, wenn ein Notstand ausgerufen wurde und eine öffentliche Bekanntmachung das erlaubt. In Deutschland gelten dafür die Hinweise der Kommune, die im Ernstfall über die Wege aus dem Beitrag Warn-Apps im Vergleich kommen.

Das BBK rät außerdem zu Müllbeuteln auf Vorrat. Sie erlauben die schnelle Entsorgung von Abfall und helfen, wenn der Müll längere Zeit nicht abgeholt wird.

Expert Insight: Ein Eimer mit 19 Litern entspricht rund 16 Prozent des durchschnittlichen Tagesverbrauchs von 122 Litern. Eine Person verbraucht im Normalbetrieb also an einem Tag gut das Sechsfache dessen, was ein einziger Eimer fasst. Für Hygiene und Toilette rechnet man deshalb in Kanistern und Behältern, nicht in Flaschen.

Wie sammelt und spart man Wasser für die Hygiene?

Das BBK rät, bei einem längeren Ausfall das Wasser aus den Leitungen in allen verfügbaren großen Behältern zu sammeln, etwa in Badewanne, Waschbecken, Eimern, Töpfen und Kanistern. Dieses Brauchwasser dient laut Feuerwehr Heilbronn für Hygiene und Toilette. Entkeimungsmittel machen es länger haltbar, Beratung gibt es im Camping- und Outdoorhandel. Wie sich Wasser chemisch aufbereiten lässt, beschreibt der Beitrag Wasser chemisch aufbereiten.

Sparen lässt sich an mehreren Stellen. Bei längerer Knappheit empfiehlt das BBK Einweggeschirr, damit kein Spülwasser verbraucht wird, und Haushaltspapier statt feuchtem Wischen. Für die Hände nennt die Feuerwehr Heilbronn Feuchttücher, Desinfektionstücher und Handwaschpasten, die wenig oder kein Wasser brauchen. Trockenshampoo ersetzt das Haarewaschen, Haushaltshandschuhe schützen bei schmutzigen Arbeiten.

Wichtiger Hinweis: Einen Handwaschplatz mit Seife, Wasser und Papiertüchern neben der Notfalltoilette einrichten. Deckel und Türen geschlossen halten, damit Insekten und Tiere keinen Zugang haben, und kleine Kinder immer beaufsichtigen. Die Toilette gehört abseits von Küche und Essbereich aufgestellt, bei einer Grubenlatrine nennt King County mindestens 30 Meter Abstand zu Gewässern und Trinkwasserquellen.

Welche Hygieneartikel gehören in den Vorrat?

Nach der Feuerwehr Heilbronn Seife, Waschmittel, Zahnpasta und Zahnbürste, Feuchttücher und Desinfektionstücher, Toilettenpapier, Haushaltspapier und Müllbeutel, Haushaltshandschuhe und Desinfektionsmittel sowie die Campingtoilette mit Ersatzbeuteln. Dazu kommen Artikel für die Monatshygiene und Windeln, wo sie gebraucht werden.

Die BBK-Checkliste führt dieselben Posten mit Einheiten auf: Seife in Stück, Waschmittel in Kilogramm, Toilettenpapier und Küchenpapier in Rollen, Haushaltshandschuhe in Paaren. Feste Mengen pro Person nennt sie nicht. Als Maßstab dient der Vorrat für mindestens 10 Tage, wie er im Beitrag zur BBK-Checkliste beschrieben ist. Wie Lagerung und Haltbarkeit bei Vorräten funktionieren, steht im Artikel zum Krisenvorrat.

Häufige Fragen zur Notfalltoilette

Reicht ein Eimer als Notfalltoilette?
Ja, als Eimer-Beutel-Methode: ein Eimer mit etwa 19 Litern, zwei stabile Müllbeutel und Katzenstreu, Kaminasche oder Sägemehl als Saugmaterial. Am Tagesende werden die Beutel fest verschlossen und geschützt gelagert.
Was empfiehlt das BBK statt eines Eimers?
Eine Campingtoilette mit Ersatzbeuteln oder Ersatzflüssigkeit, die das BBK bei Wasserknappheit als gute Alternative nennt. Eine Menge für den Vorrat nennt das BBK nicht.
Dürfen die Beutel in den Hausmüll?
Nach King County nur bei ausgerufenem Notstand und wenn eine öffentliche Bekanntmachung es erlaubt. In Deutschland gelten die Hinweise der Kommune.
Wie viel Wasser verbraucht eine Person normalerweise?
Der BDEW nennt für 2024 durchschnittlich 122 Liter pro Einwohner und Tag, einschließlich Kleingewerbe.

Powerstation mit Solarpanel im Vergleich: Fünf Modelle für den Stromausfall

Die fünf verglichenen Powerstations speichern zwischen 299 und 2.048 Wattstunden. Bei einem Verbrauch von 100 Watt reicht das rechnerisch für 3 bis gut 20 Stunden. Ein Stromausfall wie der Berliner vom Januar 2026 dauerte rund 96 Stunden, deshalb zählt neben der Akkugröße vor allem, wie viel Strom das Solarpanel nachliefert.

Blaue Solarmodule in dichten Reihen von oben fotografiert

Kurz zusammengefasst: Verglichen werden BROWEY (1.024 Wh), Jackery Explorer 1000 v2 (1.070 Wh), NITIGO (2.048 Wh), ALLPOWERS R600 (299 Wh) und FOSSiBOT F1800 (1.024 Wh), alle mit LiFePO4-Akku und Solarpanel. Bei 100 Watt Verbrauch laufen sie rechnerisch zwischen 3,0 und 20,5 Stunden. Für eine Vollladung braucht das mitgelieferte Panel rechnerisch zwischen 5,1 und 25,6 Stunden bei voller Leistung. Ein Test des ALLPOWERS R600 maß 252 von 299 Wattstunden am Ausgang, das sind 84 Prozent. Zu Gewicht und Garantie liegen nicht für alle fünf Geräte Angaben vor.

Welche fünf Powerstations werden hier verglichen?

Es sind fünf Modelle mit LiFePO4-Akku und Solarpanel, die bei Amazon im Set angeboten werden. Die Daten stammen aus den Produktangaben der Angebote (Stand 26.10.2026), bei zwei Geräten ergänzt durch einen Test und eine Herstellerangabe. Die Amazon-Links in der Tabelle sind Partnerlinks. Preise nenne ich nicht, weil sie bei Amazon schwanken. Die letzten beiden Spalten sind eigene Rechnungen: Kapazität geteilt durch 100 Watt Verbrauch, und Kapazität geteilt durch die Panelleistung, jeweils ohne Verluste.

ModellKapazitätAC-LeistungSolarpanel im SetLaufzeit bei 100 WSolar-Vollladung
ALLPOWERS R600299 Wh600 W (1.200 W Spitze)100 W, faltbar3,0 h3,0 h
BROWEY 1600W1.024 Wh1.600 W40 W, integriert10,2 h25,6 h
Jackery Explorer 1000 v21.070 Wh1.500 W100 W, bifazial10,7 h10,7 h
FOSSiBOT F18001.024 Wh1.800 W200 W laut Titel10,2 h5,1 h
NITIGO 2400W2.048 Wh2.400 W (4.800 W Spitze)200 W20,5 h10,2 h

Die Wechselrichter-Leistung liegt bei allen fünf weit über den 100 Watt der Rechnung hier. Wichtiger ist das Verhältnis von Akku zu Panel. Das BROWEY-Set hat denselben Akku wie das FOSSiBOT-Set, aber nur ein Fünftel der Panelleistung, und das macht in der Spalte rechts den Unterschied von 5,1 zu 25,6 Stunden aus.

Wie lange läuft eine Powerstation bei Stromausfall?

Die Laufzeit ergibt sich aus Kapazität geteilt durch Verbrauch. Ein Dauerverbrauch von 100 Watt über 96 Stunden summiert sich auf 9,6 Kilowattstunden. Das ist rund das Neunfache der Kapazität des Jackery mit 1.070 Wh und knapp das Fünffache der 2.048 Wh der NITIGO. Die ALLPOWERS wäre nach drei Stunden leer. Die Ausfalldaten zum Berliner Fall stehen im Beitrag Blackout-Wahrscheinlichkeit in Deutschland.

In der Praxis fällt die Laufzeit kürzer aus als gerechnet. Im Test der ALLPOWERS R600 lieferte das Gerät 252 von 299 Wattstunden an der Steckdose ab, bei 5 Prozent Restladung schaltet der Wechselrichter ab. Als Anhaltspunkt mit diesem Wert, der von einem anderen Gerät stammt, schrumpft die Laufzeit der 1.070-Wh-Geräte bei 100 Watt von 10,7 auf rund 9 Stunden. Der Tester weist außerdem darauf hin, dass der Wechselrichter auch ohne angeschlossene Last Strom zieht. Zum Laden von Handy und Laptop sparen die USB-Anschlüsse Akku, die Steckdosen bleiben dann ausgeschaltet.

Gemessen werden sollte der Verbrauch der eigenen Geräte mit einem Strommessgerät, bevor der Ernstfall eintritt. Ein Kühlschrank hält die Kälte bei geschlossener Tür etwa 4 bis 6 Stunden, wie im Beitrag Kühlschrank und Lebensmittel bei Stromausfall beschrieben. Eine Powerstation kann diese Zeit verlängern, ihr Akku ist aber schneller aufgebraucht, als man denkt. Eine USV-Funktion, die beim Ausfall ohne Unterbrechung umschaltet, nennen die Angebote für die Jackery (bis 20 ms) und die NITIGO (unter 10 ms), der Test für die ALLPOWERS ebenfalls (unter 10 ms). Für BROWEY und FOSSiBOT habe ich keine USV-Angabe gefunden.

Wie schnell lädt das Solarpanel die Powerstation wieder auf?

Langsamer, als die Rechnung in der Tabelle vermuten lässt. Sie setzt volle Panelleistung voraus, die es nur bei guter Sonneneinstrahlung gibt. Im Test der ALLPOWERS R600 erreichte das 100-Watt-Panel gut 70 Watt, und das Gerät stieg in rund 25 Minuten von 0 auf 11 Prozent. Mit 70 Watt statt 100 Watt dauert die Vollladung des 299-Wh-Geräts gut vier Stunden, die der Jackery mit demselben Panel gut 15 Stunden.

Das 40-Watt-Panel des BROWEY liefert weniger, als ein Verbraucher von 100 Watt zieht. Es deckt damit höchstens 40 Prozent des Bedarfs und verlängert die Laufzeit nur. Bei den 200-Watt-Panels von FOSSiBOT und NITIGO hängt der Nutzen von der Kapazität ab: Das FOSSiBOT-Set lädt rechnerisch doppelt so schnell wie die NITIGO, weil der Akku nur halb so groß ist. Beim FOSSiBOT nennt der Produkttitel 200 Watt Solarleistung, der Lieferumfang ist in den Angaben nicht beschrieben, das sollte vor dem Kauf geprüft werden.

Schneller geht das Laden an der Steckdose, aber die gibt es im Ausfall nicht. Der Test der ALLPOWERS R600 maß knapp 2 Stunden bis zur Vollladung, der Hersteller nennt 1 Stunde. Für die FOSSiBOT gibt der Händler eine AC-Ladeleistung von 200 bis 1.000 Watt an, für die Jackery einen Notfallmodus mit einer Stunde bis voll. Die Geräte sollten also vor dem Ausfall voll geladen sein, das Panel dient zum Nachladen. Wie Solarstrom bei einem Ausfall einzuordnen ist, behandelt der Beitrag zum Balkonkraftwerk als Krisen-Backup.

Welche der fünf Powerstations passt zu welchem Einsatz?

Die ALLPOWERS R600 ist mit 5,8 Kilogramm das leichteste Gerät und reicht für Handy, Laptop und andere kleine Verbraucher. Im Test lud sie ein MacBook Pro über USB-C mit über 90 Watt. Der Tester kritisiert den lauten, ungeregelten Lüfter beim Laden und bei Nutzung der Steckdosen, einzelne Leser berichten von Ausfällen und Problemen mit dem Support. Belegen lässt sich das nicht, es ist aber ein Hinweis, die Garantiebedingungen zu lesen.

Die Jackery Explorer 1000 v2 wiegt nach Angabe von GfU 11 Kilogramm und ist auf 4.000 Zyklen ausgelegt. Sie hat sechs Anschlüsse, darunter zwei Schuko-Steckdosen, zwei USB-C, einen USB-A und einen 12-Volt-Anschluss. Mit 1.070 Wh und dem 100-Watt-Panel ist sie die Mitte des Vergleichs: bei 100 Watt Verbrauch rechnerisch gut 10 Stunden Laufzeit.

Das BROWEY-Set hat 1.024 Wh, 1.600 Watt AC-Leistung, USB-C mit 100 Watt in beide Richtungen und laut Angebot 5 Jahre Herstellergarantie. Das eingebaute 40-Watt-Panel ist der schwächste Teil. Für die Rolle als Notfallspeicher, der vor dem Ausfall an der Steckdose geladen wird, ist das Gerät brauchbar, als Solarstation weniger.

Die FOSSiBOT F1800 hat bei gleicher Kapazität mehr AC-Leistung, 1.800 Watt dauerhaft. Ein niederländischer Händler nennt 2.700 Watt Spitze für 400 Millisekunden, gedacht für Geräte mit Anlaufstrom. Das 200-Watt-Panel macht sie unter den 1.024-Wh-Geräten zum schnellsten beim Nachladen, sofern es im Lieferumfang steckt.

Die NITIGO hat mit 2.048 Wh die größte Kapazität, 2.400 Watt Dauerleistung, 4.800 Watt Spitze, 16 Anschlüsse und ein 200-Watt-Panel. Zu Gewicht und Garantie habe ich keine Angaben gefunden, auch keinen unabhängigen Test der Marke. Beides sollte vor dem Kauf beim Verkäufer erfragt werden, denn bei dieser Größe spielt das Gewicht eine Rolle, wenn das Gerät im Ernstfall getragen werden muss.

Powerstation oder Notstromaggregat für den Stromausfall?

Eine Powerstation verbrennt nichts und erzeugt deshalb kein Kohlenmonoxid. Ein Benzin- oder Dieselaggregat läuft dagegen nur im Freien, wie der Beitrag Kohlenmonoxid bei Stromausfall zeigt. Dafür liefert ein Aggregat so lange Strom, wie Kraftstoff im Tank ist, während der Akku der Powerstation nach den oben gerechneten Stunden leer ist. Die Aggregate im Vergleich stehen im Beitrag Benzin-Notstromaggregate im Test und Vergleich. Für kleine Geräte zum Laden unterwegs reicht auch eine Powerbank.

Weitere Modelle und eine Auswahlhilfe nach Energiebedarf stehen auf garten-shop-365.de zu Solarpanel-Powerstations.

Kohlenmonoxid bei Stromausfall: Wie du dich vor der unsichtbaren Gefahr schützt

Kohlenmonoxid (CO) ist farblos, geruchlos und geschmacklos, der Mensch nimmt es nicht wahr. Es entsteht bei unvollständiger Verbrennung, also genau dann, wenn bei Stromausfall mit Gaskocher, Ofen, Grill oder Aggregat Ersatzwärme und Ersatzstrom erzeugt wird. Jährlich erleiden rund 3.000 bis 4.000 Menschen in Deutschland eine Kohlenmonoxidvergiftung, mehrere hundert sterben daran.

Weißer Rauchmelder mit orangefarbener Kappe an einer Zimmerdecke

Kurz zusammengefasst: CO blockiert den Sauerstofftransport im Blut, ohne dass Atemnot auftritt. Erste Anzeichen sind Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindel und Schläfrigkeit, die leicht übersehen werden. Bei hohen Konzentrationen führen wenige Atemzüge zu Bewusstlosigkeit oder Tod. Bei Verdacht gilt: alle Personen sofort ins Freie, Notruf 112 wählen und nicht zurück ins Haus. Ein CO-Melder nach DIN EN 50291-1 warnt, ersetzt aber weder Rauchmelder noch Heizungswartung.

Wie entsteht Kohlenmonoxid im Haushalt?

CO entsteht bei unvollständiger Verbrennung kohlenstoffhaltiger Brennstoffe, etwa in Heizungen, Kaminöfen, beim Grillen oder in Shisha-Bars. Defekte Gasthermen, verstopfte oder undichte Abluftrohre und zu wenig Frischluft setzen CO frei. Blockierte Schornsteine, etwa durch Vogelnester oder abgelöste Dachpappe, verhindern den Abzug der Abgase.

Auch starke Dunstabzugshauben und Lüftungsanlagen können einen Unterdruck erzeugen, durch den sich die Strömungsrichtung des Kamins umkehrt. Der Versicherer-Ratgeber nennt zusätzlich den Trend zu Kaminöfen und Ethanol-Brennern als Risikofaktor. Wer bei Stromausfall mit Verbrennung heizt, wie im Beitrag Heizen ohne Strom beschrieben, bewegt sich damit in genau dem Feld, in dem die meisten Unfälle passieren.

Welche Geräte gehören nie in die Wohnung?

Holzkohlegrills, Gasgrills, Heizpilze und gasbetriebene Heizstrahler gehören nicht in geschlossene Räume. Ein brennender oder nachglimmender Holzkohlegrill in der Wohnung bedeutet laut Feuerwehr Troisdorf akute Lebensgefahr, auch geschlossene Balkone und Plätze vor Fenstern sind riskant. Geräte mit Verbrennungsmotor brauchen ausreichend Belüftung.

Das betrifft auch das Kochen ohne Strom: Campingkocher und Grill gehören auf Balkon oder Terrasse, wie der Beitrag zu Kühlschrank und Lebensmitteln bei Stromausfall erklärt. Ein Benzin- oder Dieselaggregat läuft nur im Freien, wie die Vergleiche zu Benzin-Notstromaggregaten zeigen.

Expert Insight: Die Symptome einer Kohlenmonoxidvergiftung sind unspezifisch, deshalb gelingt eine sichere Diagnose nur mit einer Blutgasanalyse im Krankenhaus. Der Versicherer-Ratgeber weist außerdem darauf hin, dass bei chronischer Vergiftung durch geringe Dosen Folgeschäden wie Kopfschmerzen, Gedächtnisstörungen oder Angststörungen Monate oder Jahre später auftreten können. Ein Winterabend mit Kopfschmerzen und Übelkeit ist also kein harmloser Infekt, wenn dabei ein Ofen läuft.

Woran erkennt man eine Kohlenmonoxidvergiftung?

An Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Schwindel, Sehstörungen und Schläfrigkeit, ohne dass Atemnot auftritt. Das Gehirn ist meist als Erstes betroffen, Verwirrtheit und Schüttelfrost können dazukommen. Schwere Vergiftungen enden in Bewusstlosigkeit und Tod.

Wie schützt ein CO-Melder?

Er überwacht die Raumluft permanent und alarmiert nach Konzentration und Dauer. Gekauft werden sollten nur Geräte nach DIN EN 50291-1, erkennbar am BSI- oder LPCB-Prüfzeichen. Die Messzelle ist meist elektrochemisch und hält bis zu 7 Jahre, die Batterie bis zu 5 Jahre. Das Gerät sollte Selbsttest, Störungswarnung und Anzeige des Messzellen-Lebensendes haben.

Bei nur einem Melder gehört er in den Schlafbereich oder in den Flur davor, in einer Höhe von 1,5 bis 1,85 Metern. Ein zweiter Melder sollte mindestens 6 Meter von der Heizung entfernt hängen. Nicht geeignet sind Küchen, feuchte oder stark staubige Räume. Der Melder ersetzt keine Rauchmelder, keine Heizungswartung und keine Prüfintervalle.

Wichtiger Hinweis: Bei Alarm oder Verdacht das Gebäude sofort mit allen Personen verlassen, wenn möglich Türen und Fenster öffnen, das Mobiltelefon mitnehmen und draußen den Notruf 112 wählen. Nicht ins Haus zurückgehen und keine Rettungsversuche unternehmen, die die eigene Gefährdung erhöhen. Die Feuerwehr auf CO als vermutete Ursache hinweisen.

Wie oft müssen Heizungen geprüft werden?

Abgasanlagen bei raumluftabhängigen Heizungen müssen jährlich überprüft werden, bei raumluftunabhängigen Heizungen liegt das Intervall bei zwei bis drei Jahren. Wer im Winter mit Zusatzgeräten arbeitet, sollte außerdem die Zuluft prüfen: Wäschetrockner und Lüftungsgeräte können zu wenig Frischluft für die Feuerstätte übrig lassen. Wie Kerzen als Lichtquelle sicher genutzt werden, beschreibt der Beitrag zum Kerzenvorrat.

Häufige Fragen zu Kohlenmonoxid

Kann man Kohlenmonoxid riechen?
Nein. CO ist farblos, geruchlos und geschmacklos. Es dringt zudem durch Wände, Decken, Böden, Beton und Mauerwerk.
Ersetzt ein CO-Melder den Rauchmelder?
Nein. Ein CO-Melder ersetzt weder Rauchmelder noch Heizungswartung noch Prüfintervalle.
Wo hängt man einen CO-Melder auf?
Bei nur einem Melder im Schlafbereich oder im Flur davor, 1,5 bis 1,85 Meter über dem Boden. Nicht in Küchen oder in feuchten und staubigen Räumen.
Was tun bei CO-Alarm?
Alle Personen verlassen sofort das Gebäude, Türen und Fenster werden wenn möglich geöffnet. Draußen wird der Notruf 112 gewählt, zurück ins Haus geht niemand.

Funk im Krisenfall: PMR446, Freenet, CB-Funk und Amateurfunk im Vergleich

Für den Krisenfall sind Handfunkgeräte nach PMR446 die einfachste Lösung: Sie sind lizenzfrei, haben höchstens 500 Milliwatt Sendeleistung und decken den Nahbereich ab. Für größere Distanzen kommen CB-Funk und Freenet infrage, Amateurfunk erfordert eine Prüfung und ein Rufzeichen. Wenn Mobilfunk und Internet ausfallen, entscheidet vor allem die Absprache vorab, nicht die Gerätetechnik.

Handfunkgerät in einer Halterung neben einem Steuerrad

Kurz zusammengefasst: PMR446 ist lizenzfrei, auf 500 Milliwatt begrenzt und für den Nahbereich gedacht. Freenet arbeitet bei 149 MHz mit etwa 1 Watt und kommt nach Angaben von teltarif.de in dichter Bebauung auf einige hundert Meter, auf dem Land bei freier Sicht auf 2 bis 3 Kilometer. CB-Funk wird auf größere Distanzen beschrieben. Amateurfunk erfordert eine kostenpflichtige Prüfung bei der Bundesnetzagentur und ein amtliches Rufzeichen. Jedermannfunk funktioniert nur, wenn alle Teilnehmer denselben Kanal nutzen.

Welche Funkarten gibt es ohne Lizenz?

Ohne Prüfung sind PMR446, Freenet und CB-Funk nutzbar, jeweils mit einer allgemeinen Genehmigung der Bundesnetzagentur. Man braucht kein Sendernetz und zahlt keine Gebühren, kommuniziert aber nur, wenn beide Seiten auf demselben Kanal und gegebenenfalls mit derselben Codierung senden.

PMR446 darf nach einem Herstellerhinweis maximal 500 Milliwatt Sendeleistung haben, sofern das Gerät der Norm ETS 300296 entspricht. Die Zahl der Kanäle wird auf der Herstellerseite widersprüchlich mit 8 oder 16 angegeben, je nach Gerät. Freenet nutzt Frequenzen zwischen 149,0250 und 149,1125 Megahertz mit sechs Kanälen. Zugelassen sind laut teltarif.de Handfunkgeräte mit fest eingebauter Antenne, die Geräte brauchen eine Konformitätsbescheinigung und eine deutschsprachige Bedienungsanleitung.

Wie weit reicht Jedermannfunk wirklich?

Im Nahbereich von wenigen Kilometern, abhängig von Gelände und Bebauung. Für Freenet nennt teltarif.de bei etwa 1 Watt Sendeleistung wenige hundert Meter in dichter Bebauung und 2 bis 3 Kilometer bei freier Sicht auf dem Land, mehr von einem Berg aus. Für PMR446 nennt der Hersteller keine feste Zahl, bei Sichtverbindung sei die Reichweite meist besser als bei CB-Funk, hänge aber von Gerätequalität, Standort und Hindernissen ab.

Die Herstellerseite widerspricht sich an einer Stelle: Ein Beitrag sieht CB-Funk bei größeren Distanzen vorn, ein anderer PMR bei Sichtverbindung. Beides lässt sich vereinen. CB-Funk lohnt mit guter Antenne für größere Distanzen, PMR446 für Sichtverbindungen in Quartier, Wald oder Gelände. In einer Stadt mit vielen Hauswänden bringen Handfunkgeräte wenig, hier muss man mit Entfernungen im Bereich einiger Häuserblocks planen.

Wann lohnt sich Amateurfunk?

Wenn man große Distanzen überbrücken will und bereit ist, dafür zu lernen. Amateurfunk erfordert nach teltarif.de eine offizielle Lizenz mit amtlichem Rufzeichen. Die kostenpflichtige Prüfung findet nach Voranmeldung in Außenstellen der Bundesnetzagentur statt, der Prüfling muss persönlich erscheinen. Geprüft werden technische, gesetzliche und betriebliche Grundlagen.

Amateurfunkgeräte dürfen nicht auf PMR446- oder Freenet-Frequenzen betrieben werden, die Herstellerseite stellt das ausdrücklich als unzulässig dar. Für die meisten Haushalte ist Amateurfunk deshalb ein Hobby mit Einstiegshürde, kein Notfallwerkzeug für nebenbei.

Wie bereitet man Funk für den Stromausfall vor?

Mit Akkus, Ersatzbatterien und einer klaren Absprache. Handfunkgeräte laufen mit Akku oder Batterien, laden lassen sie sich über Powerbanks. Ein Kurbelradio wie das Roxicosly-Modell empfängt Behördendurchsagen, ersetzt aber kein Sendegerät.

Ein konkretes Gerät stellt der Artikel zum Retevis RT24 Walkie-Talkie vor. Vor dem Ernstfall sollten Kanal, Anrufkanal und Uhrzeiten für Funkchecks festgelegt sein, sonst bleibt jeder auf einem anderen Kanal stumm. Warnungen vom Staat kommen über die Wege aus dem Beitrag Warn-Apps im Vergleich, weitere Ausfallszenarien beschreibt Internet- oder GPS-Ausfall.

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