Prepper Shop

Notfalltoilette und Hygiene bei Stromausfall: Was du vorrätig haben solltest

Eine Notfalltoilette besteht im einfachsten Fall aus einem Eimer mit zwei stabilen Müllbeuteln und Katzenstreu, Asche oder Sägemehl als Saugmaterial. Die Berufsfeuerwehr Heilbronn empfiehlt stattdessen eine Campingtoilette mit Ersatzbeuteln oder Ersatzflüssigkeit. Bei einem großflächigen Stromausfall kann auch das Leitungswasser ausfallen, deshalb gehört neben der Toilette auch ein Vorrat an Brauchwasser, Seife und Feuchttüchern ins Haus.

Bunte Toilettenpapierrollen in Reihen an einer Wand

Kurz zusammengefasst: Als Vorrat nennt die Feuerwehr Heilbronn Campingtoilette mit Ersatzbeuteln, Feuchttücher, Müllbeutel und Toilettenpapier, das BBK ergänzt Seife, Waschmittel und Haushaltshandschuhe. Eine Eimertoilette fasst etwa 19 Liter und wird mit zwei Beuteln ausgekleidet. Der durchschnittliche Wasserverbrauch in Deutschland lag 2024 bei 122 Litern pro Person und Tag. Wasser aus Badewanne, Eimern und Kanistern dient als Brauchwasser für Hygiene und Toilette.

Warum wird Hygiene bei Stromausfall zum Problem?

Weil Wasser, Abwasser und Müllabfuhr an Technik hängen. Die Feuerwehr Heilbronn weist darauf hin, dass bei einem großflächigen Stromausfall das Leitungswasser ausfallen kann und mangelnde Hygiene Seuchen begünstigt. Das trifft nicht jeden Stromausfall, es ist aber der Fall, auf den man sich vorbereitet.

Wie viel Wasser dabei fehlt, zeigt der Durchschnittsverbrauch: Nach dem Branchenverband BDEW lag er 2024 bei 122 Litern pro Einwohner und Tag. Bei einem Ausfall von vier Tagen, wie er in Berlin im Januar 2026 rund 45.400 Haushalte traf, wären das rechnerisch 488 Liter pro Person. Die Ausfalldaten stehen im Beitrag Blackout-Wahrscheinlichkeit in Deutschland.

Wie baut man eine Notfalltoilette?

Mit einem Eimer oder der Toilettenschüssel, zwei Müllbeuteln und Saugmaterial. Die Gesundheitsbehörde des US-Bezirks King County beschreibt die Eimer-Beutel-Methode so: Ein Eimer mit etwa 19 Litern oder die Toilettenschüssel wird mit zwei stabilen Müllbeuteln ausgekleidet, auf den Boden kommt Katzenstreu, Kaminasche oder Sägemehl. Am Tagesende werden die Beutel fest verschlossen und an einem geschützten Ort wie Garage, Keller oder Nebengebäude gelagert, bis eine sichere Entsorgung möglich ist.

Das BBK nennt im Ratgeber für Notfallvorsorge von 2013 eine Campingtoilette mit Ersatzflüssigkeit als gute Alternative bei Wasserknappheit. In der Checkliste steht sie zusammen mit Ersatzbeuteln, eine Menge nennt das BBK nicht. Eine Grubenlatrine im Garten beschreibt King County ebenfalls, mit mindestens 0,9 Metern Tiefe und Erde, Kalk, Mulch oder Asche nach jeder Nutzung. Sie ist für städtische Gebiete nicht gedacht. Ob sie auf dem eigenen Grundstück erlaubt ist, hängt vom Ort ab und sollte bei der Gemeinde erfragt werden.

Wie entsorgt man die Beutel?

Nach King County über die öffentliche Kanalisation, eine Klärgrube oder durch Vergraben auf dem eigenen Grundstück. In den Hausmüll dürfen die Beutel nur, wenn ein Notstand ausgerufen wurde und eine öffentliche Bekanntmachung das erlaubt. In Deutschland gelten dafür die Hinweise der Kommune, die im Ernstfall über die Wege aus dem Beitrag Warn-Apps im Vergleich kommen.

Das BBK rät außerdem zu Müllbeuteln auf Vorrat. Sie erlauben die schnelle Entsorgung von Abfall und helfen, wenn der Müll längere Zeit nicht abgeholt wird.

Expert Insight: Ein Eimer mit 19 Litern entspricht rund 16 Prozent des durchschnittlichen Tagesverbrauchs von 122 Litern. Eine Person verbraucht im Normalbetrieb also an einem Tag gut das Sechsfache dessen, was ein einziger Eimer fasst. Für Hygiene und Toilette rechnet man deshalb in Kanistern und Behältern, nicht in Flaschen.

Wie sammelt und spart man Wasser für die Hygiene?

Das BBK rät, bei einem längeren Ausfall das Wasser aus den Leitungen in allen verfügbaren großen Behältern zu sammeln, etwa in Badewanne, Waschbecken, Eimern, Töpfen und Kanistern. Dieses Brauchwasser dient laut Feuerwehr Heilbronn für Hygiene und Toilette. Entkeimungsmittel machen es länger haltbar, Beratung gibt es im Camping- und Outdoorhandel. Wie sich Wasser chemisch aufbereiten lässt, beschreibt der Beitrag Wasser chemisch aufbereiten.

Sparen lässt sich an mehreren Stellen. Bei längerer Knappheit empfiehlt das BBK Einweggeschirr, damit kein Spülwasser verbraucht wird, und Haushaltspapier statt feuchtem Wischen. Für die Hände nennt die Feuerwehr Heilbronn Feuchttücher, Desinfektionstücher und Handwaschpasten, die wenig oder kein Wasser brauchen. Trockenshampoo ersetzt das Haarewaschen, Haushaltshandschuhe schützen bei schmutzigen Arbeiten.

Wichtiger Hinweis: Einen Handwaschplatz mit Seife, Wasser und Papiertüchern neben der Notfalltoilette einrichten. Deckel und Türen geschlossen halten, damit Insekten und Tiere keinen Zugang haben, und kleine Kinder immer beaufsichtigen. Die Toilette gehört abseits von Küche und Essbereich aufgestellt, bei einer Grubenlatrine nennt King County mindestens 30 Meter Abstand zu Gewässern und Trinkwasserquellen.

Welche Hygieneartikel gehören in den Vorrat?

Nach der Feuerwehr Heilbronn Seife, Waschmittel, Zahnpasta und Zahnbürste, Feuchttücher und Desinfektionstücher, Toilettenpapier, Haushaltspapier und Müllbeutel, Haushaltshandschuhe und Desinfektionsmittel sowie die Campingtoilette mit Ersatzbeuteln. Dazu kommen Artikel für die Monatshygiene und Windeln, wo sie gebraucht werden.

Die BBK-Checkliste führt dieselben Posten mit Einheiten auf: Seife in Stück, Waschmittel in Kilogramm, Toilettenpapier und Küchenpapier in Rollen, Haushaltshandschuhe in Paaren. Feste Mengen pro Person nennt sie nicht. Als Maßstab dient der Vorrat für mindestens 10 Tage, wie er im Beitrag zur BBK-Checkliste beschrieben ist. Wie Lagerung und Haltbarkeit bei Vorräten funktionieren, steht im Artikel zum Krisenvorrat.

Häufige Fragen zur Notfalltoilette

Reicht ein Eimer als Notfalltoilette?
Ja, als Eimer-Beutel-Methode: ein Eimer mit etwa 19 Litern, zwei stabile Müllbeutel und Katzenstreu, Kaminasche oder Sägemehl als Saugmaterial. Am Tagesende werden die Beutel fest verschlossen und geschützt gelagert.
Was empfiehlt das BBK statt eines Eimers?
Eine Campingtoilette mit Ersatzbeuteln oder Ersatzflüssigkeit, die das BBK bei Wasserknappheit als gute Alternative nennt. Eine Menge für den Vorrat nennt das BBK nicht.
Dürfen die Beutel in den Hausmüll?
Nach King County nur bei ausgerufenem Notstand und wenn eine öffentliche Bekanntmachung es erlaubt. In Deutschland gelten die Hinweise der Kommune.
Wie viel Wasser verbraucht eine Person normalerweise?
Der BDEW nennt für 2024 durchschnittlich 122 Liter pro Einwohner und Tag, einschließlich Kleingewerbe.

Quellen und weiterführende Literatur

  • Flyer Hygiene · Berufsfeuerwehr Heilbronn · Empfehlungen zu Notfalltoilette, Handhygiene, Brauchwasser, Müll und Hygienevorrat.
  • Ratgeber für Notfallvorsorge · BBK, Ausgabe 2013 · Hygiene und Wasser (Seiten 13 bis 14) und Checkliste (Seite 35).
  • Emergency toilets · Public Health Seattle & King County · Eimer-Beutel-Methode, Grubenlatrine, Entsorgung, Abstände und Hygiene.
  • Wasserfakten im Überblick · BDEW · Stand April 2025 mit dem Wasserverbrauch 2024 von 122 Litern pro Einwohner und Tag.

Powerstation mit Solarpanel im Vergleich: Fünf Modelle für den Stromausfall

Die fünf verglichenen Powerstations speichern zwischen 299 und 2.048 Wattstunden. Bei einem Verbrauch von 100 Watt reicht das rechnerisch für 3 bis gut 20 Stunden. Ein Stromausfall wie der Berliner vom Januar 2026 dauerte rund 96 Stunden, deshalb zählt neben der Akkugröße vor allem, wie viel Strom das Solarpanel nachliefert.

Blaue Solarmodule in dichten Reihen von oben fotografiert

Kurz zusammengefasst: Verglichen werden BROWEY (1.024 Wh), Jackery Explorer 1000 v2 (1.070 Wh), NITIGO (2.048 Wh), ALLPOWERS R600 (299 Wh) und FOSSiBOT F1800 (1.024 Wh), alle mit LiFePO4-Akku und Solarpanel. Bei 100 Watt Verbrauch laufen sie rechnerisch zwischen 3,0 und 20,5 Stunden. Für eine Vollladung braucht das mitgelieferte Panel rechnerisch zwischen 5,1 und 25,6 Stunden bei voller Leistung. Ein Test des ALLPOWERS R600 maß 252 von 299 Wattstunden am Ausgang, das sind 84 Prozent. Zu Gewicht und Garantie liegen nicht für alle fünf Geräte Angaben vor.

Welche fünf Powerstations werden hier verglichen?

Es sind fünf Modelle mit LiFePO4-Akku und Solarpanel, die bei Amazon im Set angeboten werden. Die Daten stammen aus den Produktangaben der Angebote (Stand 26.10.2026), bei zwei Geräten ergänzt durch einen Test und eine Herstellerangabe. Die Amazon-Links in der Tabelle sind Partnerlinks. Preise nenne ich nicht, weil sie bei Amazon schwanken. Die letzten beiden Spalten sind eigene Rechnungen: Kapazität geteilt durch 100 Watt Verbrauch, und Kapazität geteilt durch die Panelleistung, jeweils ohne Verluste.

ModellKapazitätAC-LeistungSolarpanel im SetLaufzeit bei 100 WSolar-Vollladung
ALLPOWERS R600299 Wh600 W (1.200 W Spitze)100 W, faltbar3,0 h3,0 h
BROWEY 1600W1.024 Wh1.600 W40 W, integriert10,2 h25,6 h
Jackery Explorer 1000 v21.070 Wh1.500 W100 W, bifazial10,7 h10,7 h
FOSSiBOT F18001.024 Wh1.800 W200 W laut Titel10,2 h5,1 h
NITIGO 2400W2.048 Wh2.400 W (4.800 W Spitze)200 W20,5 h10,2 h

Die Wechselrichter-Leistung liegt bei allen fünf weit über den 100 Watt der Rechnung hier. Wichtiger ist das Verhältnis von Akku zu Panel. Das BROWEY-Set hat denselben Akku wie das FOSSiBOT-Set, aber nur ein Fünftel der Panelleistung, und das macht in der Spalte rechts den Unterschied von 5,1 zu 25,6 Stunden aus.

Wie lange läuft eine Powerstation bei Stromausfall?

Die Laufzeit ergibt sich aus Kapazität geteilt durch Verbrauch. Ein Dauerverbrauch von 100 Watt über 96 Stunden summiert sich auf 9,6 Kilowattstunden. Das ist rund das Neunfache der Kapazität des Jackery mit 1.070 Wh und knapp das Fünffache der 2.048 Wh der NITIGO. Die ALLPOWERS wäre nach drei Stunden leer. Die Ausfalldaten zum Berliner Fall stehen im Beitrag Blackout-Wahrscheinlichkeit in Deutschland.

In der Praxis fällt die Laufzeit kürzer aus als gerechnet. Im Test der ALLPOWERS R600 lieferte das Gerät 252 von 299 Wattstunden an der Steckdose ab, bei 5 Prozent Restladung schaltet der Wechselrichter ab. Als Anhaltspunkt mit diesem Wert, der von einem anderen Gerät stammt, schrumpft die Laufzeit der 1.070-Wh-Geräte bei 100 Watt von 10,7 auf rund 9 Stunden. Der Tester weist außerdem darauf hin, dass der Wechselrichter auch ohne angeschlossene Last Strom zieht. Zum Laden von Handy und Laptop sparen die USB-Anschlüsse Akku, die Steckdosen bleiben dann ausgeschaltet.

Gemessen werden sollte der Verbrauch der eigenen Geräte mit einem Strommessgerät, bevor der Ernstfall eintritt. Ein Kühlschrank hält die Kälte bei geschlossener Tür etwa 4 bis 6 Stunden, wie im Beitrag Kühlschrank und Lebensmittel bei Stromausfall beschrieben. Eine Powerstation kann diese Zeit verlängern, ihr Akku ist aber schneller aufgebraucht, als man denkt. Eine USV-Funktion, die beim Ausfall ohne Unterbrechung umschaltet, nennen die Angebote für die Jackery (bis 20 ms) und die NITIGO (unter 10 ms), der Test für die ALLPOWERS ebenfalls (unter 10 ms). Für BROWEY und FOSSiBOT habe ich keine USV-Angabe gefunden.

Wie schnell lädt das Solarpanel die Powerstation wieder auf?

Langsamer, als die Rechnung in der Tabelle vermuten lässt. Sie setzt volle Panelleistung voraus, die es nur bei guter Sonneneinstrahlung gibt. Im Test der ALLPOWERS R600 erreichte das 100-Watt-Panel gut 70 Watt, und das Gerät stieg in rund 25 Minuten von 0 auf 11 Prozent. Mit 70 Watt statt 100 Watt dauert die Vollladung des 299-Wh-Geräts gut vier Stunden, die der Jackery mit demselben Panel gut 15 Stunden.

Das 40-Watt-Panel des BROWEY liefert weniger, als ein Verbraucher von 100 Watt zieht. Es deckt damit höchstens 40 Prozent des Bedarfs und verlängert die Laufzeit nur. Bei den 200-Watt-Panels von FOSSiBOT und NITIGO hängt der Nutzen von der Kapazität ab: Das FOSSiBOT-Set lädt rechnerisch doppelt so schnell wie die NITIGO, weil der Akku nur halb so groß ist. Beim FOSSiBOT nennt der Produkttitel 200 Watt Solarleistung, der Lieferumfang ist in den Angaben nicht beschrieben, das sollte vor dem Kauf geprüft werden.

Schneller geht das Laden an der Steckdose, aber die gibt es im Ausfall nicht. Der Test der ALLPOWERS R600 maß knapp 2 Stunden bis zur Vollladung, der Hersteller nennt 1 Stunde. Für die FOSSiBOT gibt der Händler eine AC-Ladeleistung von 200 bis 1.000 Watt an, für die Jackery einen Notfallmodus mit einer Stunde bis voll. Die Geräte sollten also vor dem Ausfall voll geladen sein, das Panel dient zum Nachladen. Wie Solarstrom bei einem Ausfall einzuordnen ist, behandelt der Beitrag zum Balkonkraftwerk als Krisen-Backup.

Welche der fünf Powerstations passt zu welchem Einsatz?

Die ALLPOWERS R600 ist mit 5,8 Kilogramm das leichteste Gerät und reicht für Handy, Laptop und andere kleine Verbraucher. Im Test lud sie ein MacBook Pro über USB-C mit über 90 Watt. Der Tester kritisiert den lauten, ungeregelten Lüfter beim Laden und bei Nutzung der Steckdosen, einzelne Leser berichten von Ausfällen und Problemen mit dem Support. Belegen lässt sich das nicht, es ist aber ein Hinweis, die Garantiebedingungen zu lesen.

Die Jackery Explorer 1000 v2 wiegt nach Angabe von GfU 11 Kilogramm und ist auf 4.000 Zyklen ausgelegt. Sie hat sechs Anschlüsse, darunter zwei Schuko-Steckdosen, zwei USB-C, einen USB-A und einen 12-Volt-Anschluss. Mit 1.070 Wh und dem 100-Watt-Panel ist sie die Mitte des Vergleichs: bei 100 Watt Verbrauch rechnerisch gut 10 Stunden Laufzeit.

Das BROWEY-Set hat 1.024 Wh, 1.600 Watt AC-Leistung, USB-C mit 100 Watt in beide Richtungen und laut Angebot 5 Jahre Herstellergarantie. Das eingebaute 40-Watt-Panel ist der schwächste Teil. Für die Rolle als Notfallspeicher, der vor dem Ausfall an der Steckdose geladen wird, ist das Gerät brauchbar, als Solarstation weniger.

Die FOSSiBOT F1800 hat bei gleicher Kapazität mehr AC-Leistung, 1.800 Watt dauerhaft. Ein niederländischer Händler nennt 2.700 Watt Spitze für 400 Millisekunden, gedacht für Geräte mit Anlaufstrom. Das 200-Watt-Panel macht sie unter den 1.024-Wh-Geräten zum schnellsten beim Nachladen, sofern es im Lieferumfang steckt.

Die NITIGO hat mit 2.048 Wh die größte Kapazität, 2.400 Watt Dauerleistung, 4.800 Watt Spitze, 16 Anschlüsse und ein 200-Watt-Panel. Zu Gewicht und Garantie habe ich keine Angaben gefunden, auch keinen unabhängigen Test der Marke. Beides sollte vor dem Kauf beim Verkäufer erfragt werden, denn bei dieser Größe spielt das Gewicht eine Rolle, wenn das Gerät im Ernstfall getragen werden muss.

Powerstation oder Notstromaggregat für den Stromausfall?

Eine Powerstation verbrennt nichts und erzeugt deshalb kein Kohlenmonoxid. Ein Benzin- oder Dieselaggregat läuft dagegen nur im Freien, wie der Beitrag Kohlenmonoxid bei Stromausfall zeigt. Dafür liefert ein Aggregat so lange Strom, wie Kraftstoff im Tank ist, während der Akku der Powerstation nach den oben gerechneten Stunden leer ist. Die Aggregate im Vergleich stehen im Beitrag Benzin-Notstromaggregate im Test und Vergleich. Für kleine Geräte zum Laden unterwegs reicht auch eine Powerbank.

Weitere Modelle und eine Auswahlhilfe nach Energiebedarf stehen auf garten-shop-365.de zu Solarpanel-Powerstations.

Kohlenmonoxid bei Stromausfall: Wie du dich vor der unsichtbaren Gefahr schützt

Kohlenmonoxid (CO) ist farblos, geruchlos und geschmacklos, der Mensch nimmt es nicht wahr. Es entsteht bei unvollständiger Verbrennung, also genau dann, wenn bei Stromausfall mit Gaskocher, Ofen, Grill oder Aggregat Ersatzwärme und Ersatzstrom erzeugt wird. Jährlich erleiden rund 3.000 bis 4.000 Menschen in Deutschland eine Kohlenmonoxidvergiftung, mehrere hundert sterben daran.

Weißer Rauchmelder mit orangefarbener Kappe an einer Zimmerdecke

Kurz zusammengefasst: CO blockiert den Sauerstofftransport im Blut, ohne dass Atemnot auftritt. Erste Anzeichen sind Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindel und Schläfrigkeit, die leicht übersehen werden. Bei hohen Konzentrationen führen wenige Atemzüge zu Bewusstlosigkeit oder Tod. Bei Verdacht gilt: alle Personen sofort ins Freie, Notruf 112 wählen und nicht zurück ins Haus. Ein CO-Melder nach DIN EN 50291-1 warnt, ersetzt aber weder Rauchmelder noch Heizungswartung.

Wie entsteht Kohlenmonoxid im Haushalt?

CO entsteht bei unvollständiger Verbrennung kohlenstoffhaltiger Brennstoffe, etwa in Heizungen, Kaminöfen, beim Grillen oder in Shisha-Bars. Defekte Gasthermen, verstopfte oder undichte Abluftrohre und zu wenig Frischluft setzen CO frei. Blockierte Schornsteine, etwa durch Vogelnester oder abgelöste Dachpappe, verhindern den Abzug der Abgase.

Auch starke Dunstabzugshauben und Lüftungsanlagen können einen Unterdruck erzeugen, durch den sich die Strömungsrichtung des Kamins umkehrt. Der Versicherer-Ratgeber nennt zusätzlich den Trend zu Kaminöfen und Ethanol-Brennern als Risikofaktor. Wer bei Stromausfall mit Verbrennung heizt, wie im Beitrag Heizen ohne Strom beschrieben, bewegt sich damit in genau dem Feld, in dem die meisten Unfälle passieren.

Welche Geräte gehören nie in die Wohnung?

Holzkohlegrills, Gasgrills, Heizpilze und gasbetriebene Heizstrahler gehören nicht in geschlossene Räume. Ein brennender oder nachglimmender Holzkohlegrill in der Wohnung bedeutet laut Feuerwehr Troisdorf akute Lebensgefahr, auch geschlossene Balkone und Plätze vor Fenstern sind riskant. Geräte mit Verbrennungsmotor brauchen ausreichend Belüftung.

Das betrifft auch das Kochen ohne Strom: Campingkocher und Grill gehören auf Balkon oder Terrasse, wie der Beitrag zu Kühlschrank und Lebensmitteln bei Stromausfall erklärt. Ein Benzin- oder Dieselaggregat läuft nur im Freien, wie die Vergleiche zu Benzin-Notstromaggregaten zeigen.

Expert Insight: Die Symptome einer Kohlenmonoxidvergiftung sind unspezifisch, deshalb gelingt eine sichere Diagnose nur mit einer Blutgasanalyse im Krankenhaus. Der Versicherer-Ratgeber weist außerdem darauf hin, dass bei chronischer Vergiftung durch geringe Dosen Folgeschäden wie Kopfschmerzen, Gedächtnisstörungen oder Angststörungen Monate oder Jahre später auftreten können. Ein Winterabend mit Kopfschmerzen und Übelkeit ist also kein harmloser Infekt, wenn dabei ein Ofen läuft.

Woran erkennt man eine Kohlenmonoxidvergiftung?

An Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Schwindel, Sehstörungen und Schläfrigkeit, ohne dass Atemnot auftritt. Das Gehirn ist meist als Erstes betroffen, Verwirrtheit und Schüttelfrost können dazukommen. Schwere Vergiftungen enden in Bewusstlosigkeit und Tod.

Wie schützt ein CO-Melder?

Er überwacht die Raumluft permanent und alarmiert nach Konzentration und Dauer. Gekauft werden sollten nur Geräte nach DIN EN 50291-1, erkennbar am BSI- oder LPCB-Prüfzeichen. Die Messzelle ist meist elektrochemisch und hält bis zu 7 Jahre, die Batterie bis zu 5 Jahre. Das Gerät sollte Selbsttest, Störungswarnung und Anzeige des Messzellen-Lebensendes haben.

Bei nur einem Melder gehört er in den Schlafbereich oder in den Flur davor, in einer Höhe von 1,5 bis 1,85 Metern. Ein zweiter Melder sollte mindestens 6 Meter von der Heizung entfernt hängen. Nicht geeignet sind Küchen, feuchte oder stark staubige Räume. Der Melder ersetzt keine Rauchmelder, keine Heizungswartung und keine Prüfintervalle.

Wichtiger Hinweis: Bei Alarm oder Verdacht das Gebäude sofort mit allen Personen verlassen, wenn möglich Türen und Fenster öffnen, das Mobiltelefon mitnehmen und draußen den Notruf 112 wählen. Nicht ins Haus zurückgehen und keine Rettungsversuche unternehmen, die die eigene Gefährdung erhöhen. Die Feuerwehr auf CO als vermutete Ursache hinweisen.

Wie oft müssen Heizungen geprüft werden?

Abgasanlagen bei raumluftabhängigen Heizungen müssen jährlich überprüft werden, bei raumluftunabhängigen Heizungen liegt das Intervall bei zwei bis drei Jahren. Wer im Winter mit Zusatzgeräten arbeitet, sollte außerdem die Zuluft prüfen: Wäschetrockner und Lüftungsgeräte können zu wenig Frischluft für die Feuerstätte übrig lassen. Wie Kerzen als Lichtquelle sicher genutzt werden, beschreibt der Beitrag zum Kerzenvorrat.

Häufige Fragen zu Kohlenmonoxid

Kann man Kohlenmonoxid riechen?
Nein. CO ist farblos, geruchlos und geschmacklos. Es dringt zudem durch Wände, Decken, Böden, Beton und Mauerwerk.
Ersetzt ein CO-Melder den Rauchmelder?
Nein. Ein CO-Melder ersetzt weder Rauchmelder noch Heizungswartung noch Prüfintervalle.
Wo hängt man einen CO-Melder auf?
Bei nur einem Melder im Schlafbereich oder im Flur davor, 1,5 bis 1,85 Meter über dem Boden. Nicht in Küchen oder in feuchten und staubigen Räumen.
Was tun bei CO-Alarm?
Alle Personen verlassen sofort das Gebäude, Türen und Fenster werden wenn möglich geöffnet. Draußen wird der Notruf 112 gewählt, zurück ins Haus geht niemand.

Quellen und weiterführende Literatur

  • Kohlenmonoxidvergiftung · dieversicherer.de · Artikel vom 25. November 2024 zu Ursachen, Symptomen, Prüfintervallen, CO-Meldern und Verhalten bei Alarm.
  • CO-Hinweise · Feuerwehr Troisdorf · Bürgerinformation zu Gefahrenquellen, Verhalten bei Verdacht und Anforderungen an CO-Melder (ältere Veröffentlichung, Preis- und Statistikangaben darin nicht übernommen).

Funk im Krisenfall: PMR446, Freenet, CB-Funk und Amateurfunk im Vergleich

Für den Krisenfall sind Handfunkgeräte nach PMR446 die einfachste Lösung: Sie sind lizenzfrei, haben höchstens 500 Milliwatt Sendeleistung und decken den Nahbereich ab. Für größere Distanzen kommen CB-Funk und Freenet infrage, Amateurfunk erfordert eine Prüfung und ein Rufzeichen. Wenn Mobilfunk und Internet ausfallen, entscheidet vor allem die Absprache vorab, nicht die Gerätetechnik.

Handfunkgerät in einer Halterung neben einem Steuerrad

Kurz zusammengefasst: PMR446 ist lizenzfrei, auf 500 Milliwatt begrenzt und für den Nahbereich gedacht. Freenet arbeitet bei 149 MHz mit etwa 1 Watt und kommt nach Angaben von teltarif.de in dichter Bebauung auf einige hundert Meter, auf dem Land bei freier Sicht auf 2 bis 3 Kilometer. CB-Funk wird auf größere Distanzen beschrieben. Amateurfunk erfordert eine kostenpflichtige Prüfung bei der Bundesnetzagentur und ein amtliches Rufzeichen. Jedermannfunk funktioniert nur, wenn alle Teilnehmer denselben Kanal nutzen.

Welche Funkarten gibt es ohne Lizenz?

Ohne Prüfung sind PMR446, Freenet und CB-Funk nutzbar, jeweils mit einer allgemeinen Genehmigung der Bundesnetzagentur. Man braucht kein Sendernetz und zahlt keine Gebühren, kommuniziert aber nur, wenn beide Seiten auf demselben Kanal und gegebenenfalls mit derselben Codierung senden.

PMR446 darf nach einem Herstellerhinweis maximal 500 Milliwatt Sendeleistung haben, sofern das Gerät der Norm ETS 300296 entspricht. Die Zahl der Kanäle wird auf der Herstellerseite widersprüchlich mit 8 oder 16 angegeben, je nach Gerät. Freenet nutzt Frequenzen zwischen 149,0250 und 149,1125 Megahertz mit sechs Kanälen. Zugelassen sind laut teltarif.de Handfunkgeräte mit fest eingebauter Antenne, die Geräte brauchen eine Konformitätsbescheinigung und eine deutschsprachige Bedienungsanleitung.

Wie weit reicht Jedermannfunk wirklich?

Im Nahbereich von wenigen Kilometern, abhängig von Gelände und Bebauung. Für Freenet nennt teltarif.de bei etwa 1 Watt Sendeleistung wenige hundert Meter in dichter Bebauung und 2 bis 3 Kilometer bei freier Sicht auf dem Land, mehr von einem Berg aus. Für PMR446 nennt der Hersteller keine feste Zahl, bei Sichtverbindung sei die Reichweite meist besser als bei CB-Funk, hänge aber von Gerätequalität, Standort und Hindernissen ab.

Die Herstellerseite widerspricht sich an einer Stelle: Ein Beitrag sieht CB-Funk bei größeren Distanzen vorn, ein anderer PMR bei Sichtverbindung. Beides lässt sich vereinen. CB-Funk lohnt mit guter Antenne für größere Distanzen, PMR446 für Sichtverbindungen in Quartier, Wald oder Gelände. In einer Stadt mit vielen Hauswänden bringen Handfunkgeräte wenig, hier muss man mit Entfernungen im Bereich einiger Häuserblocks planen.

Wann lohnt sich Amateurfunk?

Wenn man große Distanzen überbrücken will und bereit ist, dafür zu lernen. Amateurfunk erfordert nach teltarif.de eine offizielle Lizenz mit amtlichem Rufzeichen. Die kostenpflichtige Prüfung findet nach Voranmeldung in Außenstellen der Bundesnetzagentur statt, der Prüfling muss persönlich erscheinen. Geprüft werden technische, gesetzliche und betriebliche Grundlagen.

Amateurfunkgeräte dürfen nicht auf PMR446- oder Freenet-Frequenzen betrieben werden, die Herstellerseite stellt das ausdrücklich als unzulässig dar. Für die meisten Haushalte ist Amateurfunk deshalb ein Hobby mit Einstiegshürde, kein Notfallwerkzeug für nebenbei.

Wie bereitet man Funk für den Stromausfall vor?

Mit Akkus, Ersatzbatterien und einer klaren Absprache. Handfunkgeräte laufen mit Akku oder Batterien, laden lassen sie sich über Powerbanks. Ein Kurbelradio wie das Roxicosly-Modell empfängt Behördendurchsagen, ersetzt aber kein Sendegerät.

Ein konkretes Gerät stellt der Artikel zum Retevis RT24 Walkie-Talkie vor. Vor dem Ernstfall sollten Kanal, Anrufkanal und Uhrzeiten für Funkchecks festgelegt sein, sonst bleibt jeder auf einem anderen Kanal stumm. Warnungen vom Staat kommen über die Wege aus dem Beitrag Warn-Apps im Vergleich, weitere Ausfallszenarien beschreibt Internet- oder GPS-Ausfall.

Quellen und weiterführende Literatur

  • Jedermann-Funk · teltarif.de · Artikel vom 5. Januar 2023 zu CB-Funk, PMR446, Freenet und Amateurfunk, Reichweite und Genehmigungen.
  • FAQ zu PMR-Funk · wimo.com · Beiträge vom 12. März 2024 zu Sendeleistung, Kanälen und Unterschieden zu CB-Funk, Freenet und Amateurfunk.

Bargeld für den Notfall: Wie viel ist sinnvoll und wie lagert man es sicher?

Für den Notfall reichen nach üblichen Empfehlungen etwa 500 Euro pro Haushalt oder mindestens 100 Euro pro Person in kleinen Scheinen. Hintergrund ist, dass Geldautomaten und Kartenleser bei Stromausfall oder Cyberangriff stundenlang ausfallen können, während Bargeld ohne Technik funktioniert.

Grünes Sparschwein mit Taschenrechner, Brille und Münzen auf weißem Holztisch

Kurz zusammengefasst: Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) empfiehlt einen Vorrat für mindestens 10 Tage, nennt aber keinen Bargeldbetrag. Der Oberösterreichische Zivilschutz rät zu 500 Euro pro Haushalt in kleinen Scheinen, die Österreichische Nationalbank zu etwa einem doppelten Wocheneinkauf, bis zu 100 Euro pro Haushaltsmitglied. Die Hausratversicherung ersetzt Bargeld meist nur bis 1.000 bis 2.000 Euro. Eine gesetzliche Obergrenze für Bargeld zu Hause gibt es in Deutschland nicht.

Warum braucht man im Notfall Bargeld?

Weil Kartenzahlung und Geldautomaten von Strom, Netz und Rechenzentren abhängen. Fällt eines davon aus, ist das Konto zwar voll, aber nicht nutzbar. Beim Stromausfall auf der Iberischen Halbinsel im April 2025 waren Geldautomaten und Kartenlesegeräte in Spanien und Portugal stundenlang außer Betrieb.

Die Europäische Zentralbank beschreibt Bargeld deshalb als Ersatzreifen für das Zahlungssystem: Kein System sei unfehlbar, daher habe Bargeld entscheidende Bedeutung. Wie wahrscheinlich ein längerer Ausfall in Deutschland ist, behandelt der Beitrag Blackout-Wahrscheinlichkeit in Deutschland. Er zeigt auch, dass regionale Ausfälle über mehrere Tage durchaus vorkommen.

Wie viel Bargeld sollte man für den Notfall zu Hause haben?

Eine amtliche Zahl für Deutschland gibt es nicht. Das BBK nennt keinen Bargeldbetrag, sondern empfiehlt, sich mindestens 10 Tage selbst versorgen zu können. Als Richtwerte dienen Empfehlungen aus Österreich: 500 Euro pro Haushalt vom Oberösterreichischen Zivilschutz, bis zu 100 Euro pro Haushaltsmitglied von der Österreichischen Nationalbank.

Rechnet man die 500 Euro auf 10 Tage um, sind das 50 Euro pro Tag für den gesamten Haushalt. Bei vier Personen bleiben gut 12 Euro pro Person und Tag für Lebensmittel, Wasser, Batterien oder Benzin. Wer bereits einen Vorrat nach der BBK-Checkliste angelegt hat, braucht weniger Bargeld, weil die größten Posten schon im Schrank liegen. Hilfreich ist es, den eigenen Wochenbedarf an Lebensmitteln und unverzichtbaren Ausgaben auszurechnen und mit zwei Wochen zu multiplizieren.

Zum Vergleich: Nach der Befragung der Deutschen Bundesbank von 2023 haben Erwachsene im Schnitt 103 Euro im Geldbeutel. Zu Hause liegen im Schnitt 573 Euro, 2021 waren es 463 Euro. Nur vier von zehn Befragten bewahren überhaupt Bargeld zu Hause auf, diese haben im Schnitt 1.417 Euro. Die meisten Haushalte liegen mit ihren Reserven also in einer ähnlichen Größenordnung wie die Empfehlungen, die Frage ist eher, ob die Scheine passend gestückelt sind.

Welche Scheine eignen sich für den Ernstfall?

Kleine Scheine. Im Katastrophenfall sind 20-Euro-Scheine praktischer als 200-Euro-Scheine, weil Händler oder Nachbarn bei einem Stromausfall kaum Wechselgeld haben. Die Nationalbank rät ausdrücklich zu niedrigen Stückelungen. Tauschgeschäfte jenseits des Bargelds beschreibt der Beitrag zum Tauschhandel in Krisenzeiten.

Wie lagert man Bargeld sicher zu Hause?

Verteilt, trocken und feuerfest. Bargeld kann durch Diebstahl, Brand oder Wasserschaden vernichtet werden. Einbrecher kennen laut Allianz typische Verstecke wie Matratzen, Schreibtischschubladen und Bücher und suchen dort gezielt. Besser sind mehrere, weniger offensichtliche Orte, wie im Beitrag über Geheimverstecke für Vorräte beschrieben.

Größere Summen gehören in einen fest verankerten, zertifizierten Tresor oder ein Bankschließfach. Wichtig ist die Hausratversicherung: Bei Diebstahl, Wasser- oder Brandschäden zahlt sie nach Angaben des GDV in den meisten Fällen nur 1.000 bis 2.000 Euro für Bargeld, höhere Summen müssen extra vereinbart werden. Über 500 Euro Notgroschen hinaus lohnt sich also ein Blick in die Police.

Gibt es eine gesetzliche Grenze für Bargeld zu Hause?

Nein. Für Bargeld im eigenen Haushalt gibt es in Deutschland keine rechtlich festgelegte Obergrenze. Das Gerücht einer straffreien Grenze von 10.000 Euro stimmt nicht: Die 10.000 Euro gelten für Bareinzahlungen bei der Bank und für Warenzahlungen. Nach dem Geldwäschegesetz muss bei Einzahlungen oder Überweisungen ab 10.000 Euro die Herkunft des Geldes belegt werden.

Ein Nachteil bleibt: Bargeld verliert durch Inflation stetig an Wert. Deshalb sollte der Notgroschen eine begrenzte Reserve sein, kein Sparkonto. Wer bei Ausfall von Strom und Internet auch auf Informationen angewiesen ist, findet im Beitrag Internet- oder GPS-Ausfall weitere Szenarien.

Quellen und weiterführende Literatur

  • So viel Bargeld solltest du für Notfälle zu Hause haben · utopia.de · Artikel vom 26. August 2026 mit Empfehlungen von Zivilschutz, Nationalbank, EZB und Zahlen der Bundesbank.
  • Bargeld zu Hause lagern: Gibt es eine Obergrenze? · leinetal24.de · Stand 27. November 2023 zu gesetzlichen Grenzen und Hausratversicherung.

Kühlschrank und Gefrierschrank bei Stromausfall: Wie lange halten Lebensmittel?

Ein Kühlschrank hält die Kälte bei geschlossener Tür etwa 4 bis 6 Stunden, ein Gefrierschrank bis zu 48 Stunden. Danach beginnt für empfindliche Lebensmittel die kritische Zeit. Wer nach einem Stromausfall wissen will, was noch essbar ist, braucht zwei Werte: unter 7 °C im Kühlschrank, nicht über minus 12 °C im Gefrierfach.

Eingefrorener Mais in Vakuum- und Gefrierbeuteln im Gefrierfach

Kurz zusammengefasst: Nach Angaben der Verbraucherzentrale Niedersachsen hält der Kühlschrank bei geschlossener Tür etwa 4 bis 6 Stunden kalt, der Gefrierschrank oft bis zu 48 Stunden. Über 4 °C vermehren sich Bakterien schneller, unter 7 °C ist der Kühlschrank noch im sicheren Bereich. Steigt die Temperatur im Gefrierschrank von minus 18 °C auf minus 12 °C, sind die Lebensmittel laut Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) gesundheitlich unbedenklich. Bei Zweifeln gilt: lieber entsorgen.

Wie lange bleibt der Kühlschrank bei Stromausfall kalt?

Bei geschlossener Tür hält ein Kühlschrank die Kälte je nach Füllstand und Isolierung etwa 4 bis 6 Stunden. Jede Türöffnung verkürzt diese Zeit. Wichtig ist, die Tür möglichst selten zu öffnen und vorher zu entscheiden, was herausgeholt wird.

Als Faustregel dient die Temperatur: Ab über 4 °C vermehren sich Bakterien schneller, solange sie unter 7 °C bleibt, liegt der Kühlschrank noch im sicheren Bereich. Ein Kühlschrankthermometer hilft, wenn die digitale Anzeige ausfällt. Besonders empfindlich sind Milchprodukte, Fleisch, Fisch, Eierspeisen und fertige Salate aus Obst oder Gemüse, diese werden zuerst gegessen. Empfindliche Ware gehört nach unten, oberhalb des Obst- und Gemüsefachs, weil es dort am kältesten ist. Kühlakkus oder gefrorene Wasserflaschen im Kühlschrank halten die Temperatur länger niedrig.

Expert Insight: Im Berliner Stromausfall vom Januar 2026 waren 45.400 Haushalte rund vier Tage ohne Strom, das sind 96 Stunden. Gegenüber 4 bis 6 Stunden Kühlschrankkälte ist das das 16- bis 24-fache, gegenüber den 48 Stunden des Gefrierschranks immer noch das Doppelte. Beide Geräte überbrücken also nur den Anfang eines Mehrtagesausfalls. Die Ausfalldaten stehen im Beitrag Blackout-Wahrscheinlichkeit in Deutschland.

Wie lange hält der Gefrierschrank die Kälte?

Der Gefrierschrank hält bei geschlossener Tür die Kälte oft bis zu 48 Stunden, besonders wenn er gut gefüllt ist. Entscheidend ist auch hier, die Tür geschlossen zu lassen.

Steigt die Temperatur von minus 18 °C auf minus 12 °C, sind die Lebensmittel laut BfR gesundheitlich unbedenklich, Geschmack, Konsistenz und Haltbarkeit können aber leiden, sobald Ware antaut oder die Oberfläche weich wird. Angetautes Speiseeis sollte vorsorglich entsorgt werden. Aufgetaute, gegarte Speisen und rohe pflanzliche Lebensmittel werden zeitnah verarbeitet, rohe tierische Produkte ebenso wie Tiefkühlgemüse, Beeren und Sprossen vollständig durcherhitzt.

In welcher Reihenfolge verbraucht man Lebensmittel bei Stromausfall?

Zuerst kommt, was am schnellsten verdirbt: Frischware aus dem Kühlschrank, dann aufgetaute Ware aus dem Gefrierfach, zuletzt haltbare Vorräte. Die Verbraucherzentrale Niedersachsen empfiehlt, zuerst Leichtverderbliches zu verbrauchen und danach auf die haltbaren Vorräte zurückzugreifen.

Gut geeignet sind in den ersten Stunden kalte Gerichte wie Salate, Bowls, Müslis, Wraps oder belegte Brote. Danach hilft ein durchdachter Vorrat, wie ihn der Beitrag zum richtigen Lagern des Krisenvorrats beschreibt. Wie sich Frisches haltbar machen lässt, bevor es verdirbt, steht in den Konservierungstechniken für Prepper.

Wichtiger Hinweis: Herd und Backofen bei Stromausfall ausschalten, sonst droht Brandgefahr, wenn der Strom zurückkehrt. Gaskocher, Grill und Holzfeuer gehören auf Balkon oder Terrasse, nicht in die Wohnung. Wer ein nur für den Außenbereich zugelassenes Gerät drinnen betreibt, handelt im Schadensfall unter Umständen grob fahrlässig. Bei ungewöhnlichem Aussehen, Geruch oder Geschmack, und wenn sich Temperatur oder Lagerdauer nicht mehr nachvollziehen lassen, gehören Lebensmittel in den Müll.

Wie kocht man ohne Strom?

Möglich sind Campinggaskocher, Spirituskocher, Holzfeuer oder Grill. Verwenden sollte man nur Geräte, mit denen man vertraut ist, und die passenden Brennstoffe wie Gaskartuschen, Spiritus, Holz, Briketts oder Kohle vorrätig halten. One-Pot-Gerichte sparen Brennmaterial, geeignet sind Lebensmittel mit kurzer Garzeit wie Getreideflocken, Couscous, Bulgur und geschälte Hülsenfrüchte.

Welche Geräte infrage kommen, zeigt der Überblick über Prepper-Gaskocher. Eine Alternative ohne Brennstoff beschreibt der Beitrag zum Solarofen.

Meine Einschätzung: Die verbreitete Annahme lautet: Mit einem vollen Gefrierschrank ist man für einen Stromausfall gut versorgt. Die Zahlen sprechen dagegen, denn 48 Stunden Kälte reichen nicht für einen Ausfall wie in Berlin. Das Gefrierfach ist ein Zeitpuffer, kein Vorrat. Sinnvoller ist es, Kühlschrank und Gefrierfach als Verbrauchsreihenfolge zu planen: erst Frisches, dann Aufgetautes, dann haltbare Ware. Gefrorene Wasserflaschen im Kühlschrank verlängern die kalte Zeit und liefern beim Auftauen zusätzlich Trinkwasser.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Kühlschrank: 4 bis 6 Stunden bei geschlossener Tür, sicher bis unter 7 °C
  • Gefrierschrank: bis zu 48 Stunden, minus 18 °C auf minus 12 °C gelten laut BfR als unbedenklich
  • Reihenfolge: erst Kühlschrank, dann Gefriergut, dann haltbare Vorräte
  • Angetautes Speiseeis und Ware mit unklarer Temperaturgeschichte entsorgen
  • Herd und Backofen ausschalten, Gaskocher und Grill nur im Freien nutzen

Häufige Fragen zu Lebensmitteln bei Stromausfall

Wie lange hält der Kühlschrank bei Stromausfall?
Bei geschlossener Tür etwa 4 bis 6 Stunden, abhängig von Füllstand und Isolierung. Solange die Temperatur unter 7 °C bleibt, ist der Kühlschrank im sicheren Bereich, über 4 °C vermehren sich Bakterien schneller.
Wie lange hält der Gefrierschrank bei Stromausfall die Kälte?
Bei geschlossener Tür oft bis zu 48 Stunden, besonders wenn er gut gefüllt ist. Eine Erwärmung von minus 18 °C auf minus 12 °C gilt laut BfR als gesundheitlich unbedenklich.
Muss angetautes Eis weggeworfen werden?
Ja, angetautes Speiseeis sollte vorsorglich entsorgt werden. Auch bei anderen Lebensmitteln gilt: Wenn sich Temperatur oder Lagerdauer nicht mehr nachvollziehen lassen, lieber wegwerfen.
Darf ich bei Stromausfall in der Wohnung mit Gas kochen?
Nein. Campingkocher, Grill und Holzfeuer gehören auf Balkon oder Terrasse. Ein nur für den Außenbereich zugelassenes Gerät drinnen zu betreiben, kann im Schadensfall als grob fahrlässig gelten.

Quellen und weiterführende Literatur

  • Verpflegung bei Stromausfall: Vorräte sichern, Tiefkühlkost retten und ohne Strom kochen · verbraucherzentrale-niedersachsen.de · Haltezeiten von Kühl- und Gefrierschrank, Temperaturgrenzen, Reihenfolge des Verbrauchs und Kochen ohne Strom.

Heizen ohne Strom: Was bei einem Stromausfall im Winter wirklich funktioniert

Bei einem Stromausfall im Winter bleibt auch die Zentralheizung kalt, selbst wenn sie mit Gas oder Öl läuft, weil Brenner, Pumpe und Steuerung Strom brauchen. Unabhängig von der Steckdose heizt nur ein Holz- oder Kaminofen. Wer nur eine Zentralheizung hat, braucht eine Notstromquelle für rund 50 bis 100 Watt oder eine Ausweichlösung.

Gestapeltes Brennholz aus gespaltenen Birkenscheiten

Kurz zusammengefasst: Heizungen sind meist elektronisch gesteuert und fallen bei Stromausfall aus. Eine Gastherme mit Pumpe zieht nach Angaben eines Ratgeber-Blogs im Notbetrieb etwa 50 bis 100 Watt, eine Ölheizung 100 bis 250 Watt, eine Wärmepumpe 1.500 bis 4.000 Watt. Ein Kaminofen braucht weder Strom noch Gasanschluss. Gasbetriebene Heizstrahler und Campingkocher gehören nie in geschlossene Räume, weil Kohlenmonoxid geruchlos ist und tödlich enden kann.

Warum fällt die Heizung bei Stromausfall aus?

Eine Gas- oder Ölheizung erzeugt die Wärme zwar mit Brennstoff, steuert aber Zündung, Brenner und Umwälzpumpe elektrisch. Ohne Netzstrom steht die Anlage still und die Heizkörper bleiben kalt, auch wenn Gas oder Heizöl vorhanden sind. Dasselbe gilt für Pelletheizungen und Wärmepumpen.

Der Industrieverband HKI beschreibt es so: Heizungsanlagen sind meist elektronisch gesteuert und fallen bei Stromausfall aus, Elektroherde können dann keine warmen Speisen mehr zubereiten. Giga.de nennt als Grund bei der Gastherme Brenner und Pumpe, die das Wasser erwärmen und verteilen. Der Fehlschluss, mit Gasanschluss sei man bei Stromausfall versorgt, ist deshalb einer der häufigsten und teuersten Irrtümer in der Vorsorge.

Wie viel Strom braucht eine Heizung im Notbetrieb?

Eine Gastherme mit Hocheffizienzpumpe braucht im Dauerbetrieb nach Angaben eines Ratgeber-Blogs etwa 50 bis 100 Watt, eine Ölheizung 100 bis 250 Watt, eine Pelletheizung 100 bis 300 Watt und eine Wärmepumpe im vollen Betrieb 1.500 bis 4.000 Watt. Die Werte hängen vom Gerät ab und sind Richtwerte, kein Ersatz für das Typenschild.

Die Laufzeit einer Notstromquelle lässt sich mit einer einfachen Formel abschätzen: nutzbare Kapazität in Wattstunden mal 0,85, geteilt durch die Dauerlast in Watt. Eine Powerstation mit 1.024 Wattstunden versorgt demnach bei 80 Watt eine Gastherme rund 11 Stunden. Der Anlaufstrom von Pumpe und Brenner liegt ein Vielfaches über der Dauerleistung, deshalb empfiehlt die Quelle Geräte mit 1.000 bis 2.000 Wattstunden und reinem Sinus-Ausgang. Eine Wärmepumpe lässt sich laut derselben Quelle sinnvoll nur mit einem großen PV-Speicher mit Notstromfunktion überbrücken, nicht mit einer kleinen Powerstation.

Expert Insight: Rechnet man das Beispiel auf den Berliner Ausfall vom Januar 2026 hoch, der rund vier Tage dauerte, ergibt sich ein deutlicher Abstand: 96 Stunden bei 80 Watt sind 7.680 Wattstunden. Eine 1.024-Wattstunden-Station liefert nutzbar rund 870 Wattstunden, es wären also etwa neun Ladungen nötig. Nachladen über Solar oder ein Aggregat ist deshalb Pflicht, nicht Komfort. Mehr zu den Ausfallzahlen steht im Beitrag Blackout-Wahrscheinlichkeit in Deutschland.

Welche Heizung funktioniert ohne Strom?

Ohne jeden Strom arbeiten Kamin-, Holz- und Kachelöfen sowie mobile Gas- oder Petroleumöfen. Kaminöfen und Holzherde benötigen laut HKI weder Strom noch leitungsgebundene Energien zur Wärmeerzeugung, sie werden mit Holz oder Briketts befeuert, die sich zu Hause lagern lassen. Beachten muss man die Herkunft der Quelle: Der HKI vertritt die Hersteller solcher Geräte.

Kachelöfen speichern die Wärme besonders lang und geben sie über längere Zeit ab, brauchen dafür aber eine Weile bis zum Aufheizen. Der nachträgliche Einbau in ein modernes Haus ist teuer und aufwendig, außerdem ist Brennholz teurer geworden. Ein Katalytofen wird aus einer Gasflasche betrieben, arbeitet rußfrei und geräuschlos und erwärmt große Räume laut Gelbe Seiten innerhalb kurzer Zeit. Mobile Petroleumöfen werden dort als mögliche Notheizung genannt. Wer mit offenem Feuer oder Gas heizt, braucht Vorräte an Brennstoff und sollte den Umgang vorher geübt haben. Wie sich Kochen und Wärme ohne Netz ergänzen, zeigt der Beitrag zu Gaskochern für Prepper.

Wichtiger Hinweis: Verbrennung verbraucht Sauerstoff und erzeugt Kohlenmonoxid. Das Gas ist geruchlos und kann tödlich enden. Ein gasbetriebener Heizstrahler darf in geschlossenen Räumen nicht genutzt werden. Wer regelmäßig ohne Strom heizt, sollte zusätzlich zum Rauchmelder einen Kohlenmonoxidmelder installieren und regelmäßig lüften.

Was bringen Kerzen und Teelichtöfen?

Kaum etwas. Die Heizleistung von Teelichtöfen ist laut Gelbe Seiten sehr gering, dazu steigt die Brandgefahr, der Artikel sieht sie eher als Dekoration. Auch Kerzen beeinflussen die Raumtemperatur nur sehr schwach, es müssten sehr viele brennen. Als Lichtquelle sind sie sinnvoll, als Heizung nicht, wie der Beitrag zum Kerzenvorrat erklärt.

Wie hält man die Wärme in der Wohnung?

Wer keinen Ofen hat, verliert Wärme am schnellsten an Fenstern und Türen. Die Gelben Seiten empfehlen, Jalousien zu schließen sowie Fenster und Türen abzudichten. Dazu kommt, den Aufenthalt auf einen Raum zu beschränken und den Körper zu schützen: Ein Mumienschlafsack und eine Thermoschutzdecke sind im Ernstfall wirksamer als jede Teelicht-Konstruktion.

Für die Stromseite helfen Powerbanks bei Kleingeräten, für Pumpe und Brenner braucht es ein Notstromaggregat oder einen Speicher. Warum ein Balkonkraftwerk allein bei Netzausfall nicht liefert, beschreibt der Artikel zum Krisen-Backup. Einen Gesamtüberblick bietet Stromausfall: Prepper und die Vorbereitung.

Meine Einschätzung: Die gängige Annahme lautet: Mit Gasanschluss oder Ölvorrat ist man beim Heizen auf der sicheren Seite. Das stimmt nicht, denn die Wärme hängt an einer Steuerung und einer Pumpe, die nur 50 bis 100 Watt brauchen, aber ohne Strom still stehen. Genau darin liegt die Chance: Die Last ist klein, eine Notstromlösung für die Heizung ist deutlich leichter zu bauen als eine für Herd oder Wärmepumpe. Ob und wie sich die Anlage an eine Notstromquelle anschließen lässt, klärt vorab der Heizungsbauer oder eine Elektrofachkraft. Wer einen Holzofen hat, ist unabhängiger, braucht dafür aber Brennholz, Lagerplatz und einen funktionierenden Schornstein.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Gas-, Öl- und Pelletheizungen fallen bei Stromausfall aus, weil Brenner, Pumpe und Steuerung Strom brauchen
  • Gastherme im Notbetrieb: etwa 50 bis 100 Watt, Ölheizung 100 bis 250 Watt, Wärmepumpe 1.500 bis 4.000 Watt
  • Laufzeit: Kapazität in Wh mal 0,85, geteilt durch die Last in Watt, bei 1.024 Wh und 80 W rund 11 Stunden
  • Kaminofen und Holzherd arbeiten ohne Strom, Teelichtöfen heizen kaum
  • Kohlenmonoxid ist geruchlos und tödlich: Gasheizstrahler nie in geschlossenen Räumen, CO-Melder installieren

Häufige Fragen zum Heizen ohne Strom

Funktioniert meine Gasheizung bei Stromausfall?
Nein. Brenner und Umwälzpumpe brauchen Strom, deshalb bleibt die Gastherme bei Stromausfall aus. Nur mit einer Notstromquelle oder einem Speicher, der die Therme versorgen kann, läuft sie weiter.
Wie viel Strom braucht eine Gastherme im Notbetrieb?
Nach Angaben eines Ratgeber-Blogs liegt die Dauerleistung bei etwa 50 bis 100 Watt, an anderer Stelle desselben Textes werden 50 bis 150 Watt genannt. Der Anlaufstrom ist ein Vielfaches davon. Das Typenschild des Geräts gibt verbindlichere Werte.
Kann ich bei Stromausfall mit einem Gasheizstrahler in der Wohnung heizen?
Nein. Ein gasbetriebener Heizstrahler darf in geschlossenen Räumen nicht genutzt werden, weil dabei Kohlenmonoxid entsteht, das geruchlos ist und tödlich enden kann.
Braucht man bei Heizen ohne Strom einen CO-Melder?
Ja, wenn regelmäßig mit Verbrennung ohne Strom geheizt wird, empfehlen die Gelben Seiten zusätzlich zum Rauchmelder einen Kohlenmonoxidmelder.

Quellen und weiterführende Literatur

  • Heizen ohne Strom: Alternative Heizmethoden nutzen · gelbeseiten.de · Kaminofen, Kachelofen, Katalytofen, Petroleumofen, Teelichtofen, Kohlenmonoxid und Wärmeverluste.
  • Ob Stromausfall oder Energie-Engpass: Heizen und Kochen mit Holz stellt Grundversorgung sicher · HKI Industrieverband Haus-, Heiz- und Küchentechnik · Pressemitteilung vom 17. Januar 2017 zu Kaminöfen ohne Strom und ausfallenden Heizungsanlagen.
  • Bei Stromausfall: Funktioniert die Gasheizung während eines Blackouts? · giga.de · Artikel vom 21. November 2022 zu Brenner, Pumpe und Notstromoptionen.
  • Notstrom für die Heizung 2026: Gastherme und Ölheizung bei Stromausfall weiterbetreiben · solaranlage-tipps.de · Leistungsaufnahme, Laufzeitformel und Anforderungen an die Notstromquelle (Anbieter-Blog, Werte als Richtwerte).

Warn-Apps im Vergleich: NINA, KATWARN und Cell Broadcast

Deutschland warnt über mehrere Kanäle gleichzeitig: Cell Broadcast auf dem Smartphone, Warn-Apps wie NINA und KATWARN, Sirenen, Radio und Fernsehen. Beim bundesweiten Warntag am 10. September 2026 um 11:00 Uhr kamen alle diese Wege zum Einsatz, dazu DAB+ mit dem neuen System ASA DE.

Rotes Warnlicht mit Schutzgitter

Kurz zusammengefasst: NINA wird vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) betrieben, hat rund 14 Millionen Nutzer und ist kostenlos. KATWARN stammt vom Fraunhofer-Institut FOKUS und ist ebenfalls kostenlos, beide Apps tauschen seit 2019 behördliche Warnungen aus. Cell Broadcast erreicht Smartphones ohne App. Beim Warntag 2026 lief die Warnung um 11:00 Uhr, die Entwarnung um 11:45 Uhr, und wer niedrigere Warnstufen deaktiviert hatte, verpasste die Entwarnung unter Umständen.

Welche Warnkanäle nutzt Deutschland bei Gefahren?

Deutschland nutzt sieben Warnwege parallel: Cell Broadcast über die Mobilfunknetze, Warn-Apps (NINA, KATWARN, WarnWetter), Sirenen, Rundfunk, DAB+ mit dem System ASA DE, digitale Anzeigetafeln und Lautsprecherwagen. Beim Warntag am 10. September 2026 wurden diese Kanäle gemeinsam getestet.

Der Warntag fand um 11:00 Uhr statt, die Entwarnung war für 11:45 Uhr vorgesehen. Wie gut die Warnung ankommt, hängt laut teltarif.de von der Region ab: Sirenen sind je nach kommunaler Verfügbarkeit vorhanden oder nicht, deshalb unterscheidet sich die Abdeckung besonders bei diesem Kanal. Keine Technik erreicht alle Menschen gleichzeitig, der Warnmix soll genau diese Lücken schließen.

Was ist der Unterschied zwischen NINA und KATWARN?

NINA ist die Warn-App des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, KATWARN wurde vom Fraunhofer-Institut FOKUS im Auftrag öffentlicher Versicherer entwickelt. Beide sind kostenlos und tauschen seit 2019 behördliche Warnungen aus, unterscheiden sich aber bei Quellen und Zusatzfunktionen.

NINA hat rund 14 Millionen Nutzer und bündelt Bevölkerungsschutzwarnungen von Bund, Ländern und Kommunen, Wetterwarnungen des Deutschen Wetterdienstes, Hochwasserinformationen der Bundesländer und seit Juli 2025 auch Polizeiwarnungen. Abonniert werden Landkreise, Gemeinden oder frei gewählte Punkte mit einem Umkreis von 1 oder 9 Quadratkilometern. Die Standortdaten bleiben auf dem Gerät und werden nicht auf Servern gespeichert. KATWARN bezieht behördliche Warnungen bundesweit seit 2019 aus dem Modularen Warnsystem MoWaS und ergänzt sie in angeschlossenen Gebieten um Meldungen von Kommunen, Unternehmen und Veranstaltern, dazu SMS- und E-Mail-Warnungen sowie Themen-Abos.

Expert Insight: Bei der Entwarnung am Warntag 2026 steckt eine Falle in den Smartphone-Einstellungen: Die Entwarnung wurde mit einer niedrigeren Alarmstufe übermittelt. Wer niedrigere Warnstufen auf dem Gerät deaktiviert hat, bekam deshalb zwar die Warnung, aber möglicherweise nicht die Entwarnung. Im Ernstfall bedeutet das: Die Information, dass die Gefahr vorüber ist, kommt womöglich nicht an.

Wie funktioniert Cell Broadcast ohne App?

Cell Broadcast schickt eine Warnmeldung an alle Mobiltelefone, die in einer bestimmten Funkzelle eingebucht sind. Eine App oder Telefonnummer ist dafür nicht nötig. Die Meldung erscheint mit Alarmton direkt auf dem Display, sofern das Gerät eingeschaltet ist und Empfang hat.

Die Einstellungen für Behördenwarnungen finden sich in den Systemeinstellungen des Smartphones, meist unter Benachrichtigungen oder Notfallwarnungen, die Bezeichnung unterscheidet sich je nach Hersteller und Betriebssystem. Entscheidend ist, dass die Stufen nicht pauschal abgeschaltet sind. Ein kurzer Blick in diese Einstellungen dauert eine Minute und entscheidet darüber, ob die nächste Warnung ankommt.

Wichtiger Hinweis: Eine ausbleibende Warnung bedeutet nicht, dass keine Gefahr besteht. Sirenen gibt es nicht in jeder Kommune, Cell Broadcast setzt ein eingeschaltetes Gerät mit Netzempfang voraus, Apps brauchen aktivierte Benachrichtigungen. Wer bei auffälligen Ereignissen nur auf ein Signal wartet, kann etwas verpassen. Radio und Nachbarn bleiben wichtige zweite Quellen.

Was leisten Warn-Apps bei einem Stromausfall?

Warn-Apps und Cell Broadcast brauchen ein geladenes Smartphone und ein funktionierendes Mobilfunknetz. Bei einem Stromausfall sind deshalb Akku, Powerbank und ein batteriebetriebenes oder Kurbelradio die verlässlichere Ergänzung, weil Radio und DAB+ unabhängig vom Smartphone empfangen werden.

Ein Kurbelradio mit Solar- und Handkurbel-Ladefunktion wie das Roxicosly-Modell hält den Rundfunkkanal offen, Powerbanks sichern den Smartphone-Akku. Wie Warnungen und Kommunikation bei Netzausfällen weitergehen, behandelt der Beitrag Internet- oder GPS-Ausfall: Szenarien, die niemand bedenkt. Funkgeräte für die direkte Verständigung im Umfeld stellt der Artikel zum Retevis RT24 Walkie-Talkie vor.

Wie richtet man Warn-Apps und Cell Broadcast richtig ein?

Die Einrichtung dauert zehn Minuten und besteht aus vier Schritten: NINA oder KATWARN installieren, Benachrichtigungen erlauben, die relevanten Orte abonnieren und die Behördenwarnungen in den Systemeinstellungen des Smartphones prüfen. Weil beide Apps behördliche Warnungen austauschen, genügt eine App für den Basisschutz.

Bei NINA lassen sich neben dem Wohnort weitere Orte hinterlegen, etwa der Arbeitsplatz, die Schule der Kinder oder der Wohnort der Eltern. Der freie Standortpunkt mit 1 oder 9 Quadratkilometern Umkreis eignet sich für Orte, die keine eigene Gemeinde sind, zum Beispiel ein Ferienhaus. Am Ende steht ein Test: Beim jährlichen Warntag zeigt sich, ob die Einstellungen stimmen und Warnung wie Entwarnung ankommen.

Meine Einschätzung: Die gängige Annahme lautet: Eine Warn-App auf dem Handy genügt. Der Warntag 2026 zeigt, warum Behörden auf sieben Kanäle setzen. Sirenen decken nicht jede Kommune ab, Cell Broadcast hängt an den Geräteeinstellungen, Apps an Akku und Netz, und selbst die Entwarnung kann an einer abgeschalteten Warnstufe scheitern. Wer sich auf eine einzige Quelle verlässt, hat bei einem Ausfall dieser Quelle keine zweite. Sinnvoll ist eine Kombination aus App, aktiviertem Cell Broadcast und einem Radio, das ohne Netz und Steckdose läuft.

Das Wichtigste in Kürze:

  • 7 Warnwege: Cell Broadcast, Warn-Apps, Sirenen, Rundfunk, DAB+ mit ASA DE, Anzeigetafeln, Lautsprecherwagen
  • Warntag 2026: 10. September, Warnung um 11:00 Uhr, Entwarnung um 11:45 Uhr
  • NINA (BBK): rund 14 Millionen Nutzer, kostenlos, Standortpunkte mit 1 oder 9 km² Umkreis
  • KATWARN (Fraunhofer FOKUS): kostenlos, tauscht seit 2019 Warnungen mit NINA aus
  • Niedrigere Warnstufen am Smartphone nicht abschalten, sonst fehlt eventuell die Entwarnung

Häufige Fragen zu Warn-Apps

Brauche ich NINA und KATWARN gleichzeitig?
Nein. Beide Apps tauschen seit 2019 behördliche Warnungen aus. KATWARN bietet zusätzlich SMS- und E-Mail-Warnungen in angeschlossenen Gebieten sowie Themen-Abos, NINA zusätzlich Wetter-, Hochwasser- und Polizeiwarnungen. Für den Basisschutz reicht eine der beiden.
Kosten NINA und KATWARN etwas?
Beide Apps sind kostenlos. Standortdaten bleiben bei NINA nach Angaben von earthtrail.de auf dem Gerät und werden nicht auf Servern gespeichert.
Wann ist der nächste bundesweite Warntag?
Der letzte bundesweite Warntag fand am 10. September 2026 um 11:00 Uhr statt. Den Termin des nächsten Warntags geben Bund und Länder im Vorfeld bekannt, aktuelle Informationen stehen auf bbk.bund.de.
Warum kam die Entwarnung beim Warntag nicht bei allen an?
Die Entwarnung wurde mit einer niedrigeren Alarmstufe verschickt. Wer niedrigere Warnstufen auf dem Smartphone deaktiviert hat, verpasste sie unter Umständen, obwohl die Warnung selbst angekommen war.

Quellen und weiterführende Literatur

  • NINA oder KATWARN · earthtrail.de · Vergleich von Betreibern, Warnquellen, Nutzerzahlen und Funktionen beider Apps.
  • Bundesweiter Warntag 2026: So läuft heute der Probealarm ab · teltarif.de · Datum, Uhrzeiten und genutzte Warnkanäle des Warntags vom 10. September 2026.

Krisenvorrat richtig lagern: Temperatur, Haltbarkeit und FIFO-Prinzip

Ein Krisenvorrat gehört kühl, trocken und dunkel gelagert. Konserven vertragen laut Verbraucherzentrale Niedersachsen höchstens 19 Grad Celsius und halten bei richtiger Lagerung etwa fünf Jahre. Ältere Ware kommt nach vorn und wird zuerst verbraucht, neue Ware wandert nach hinten.

Haltbare Lebensmittel in verschlossenen Gläsern

Kurz zusammengefasst: Der Lagerort ist kühl, trocken und dunkel, Konserven bleiben unter 19 Grad Celsius und halten etwa fünf Jahre. Das Prinzip „First In – First Out“ sorgt dafür, dass der Vorrat nicht gleichzeitig abläuft. Das Mindesthaltbarkeitsdatum wird regelmäßig geprüft, angebrochene Packungen kommen in luftdichte Gefäße, gewölbte Konservendosen gehören in den Müll. Als Rechengrundlage nennt die Verbraucherzentrale 2.200 Kilokalorien und 2 Liter Wasser pro Person und Tag.

Wo und bei welcher Temperatur lagert man den Krisenvorrat?

Der Krisenvorrat gehört an einen kühlen, trockenen und dunklen Ort. Für Konserven nennt die Verbraucherzentrale Niedersachsen eine Obergrenze von 19 Grad Celsius, dunkel gelagert. Das Landwirtschaftsministerium Baden-Württemberg empfiehlt dieselben drei Bedingungen für den gesamten Notvorrat.

Die Obergrenze von 19 Grad ist im Sommer die härteste Anforderung. Räume unter dem Dach, neben der Heizungsanlage oder mit Südfenster überschreiten sie schnell. Wer an seinem Lagerort im Sommer mehr als 19 Grad misst, hat für Konserven den falschen Platz gewählt. Ein Thermometer mit Min-Max-Anzeige im Lagerraum zeigt über ein Jahr, wie weit die Temperatur schwankt.

Wie lange sind Konserven und Trockenwaren haltbar?

Konserven sind bei richtiger Lagerung etwa fünf Jahre haltbar, Vollkonserven wie Dosenobst und Dosengemüse nach Angaben der Verbraucherzentrale Niedersachsen sogar mehrere Jahre über das Mindesthaltbarkeitsdatum hinaus. Knäckebrot, Kekse und Zwieback halten lange, solange sie trocken bleiben.

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) nennt für andere Produkte deutlich kürzere Zeiträume: ungeöffnete H-Milch hält mindestens sechs Wochen, sterilisierte Milch bis zu einem halben Jahr, Vollkornbrot rund zehn Tage. Kartoffeln halten bei dunkler, trockener und luftiger Lagerung mehrere Monate, Wurzel- und Kohlgemüse mehrere Wochen. Für einen Notvorrat taugen damit vor allem Konserven, Knäckebrot, Zwieback und Trockenware, Frischprodukte nur als Ergänzung für die ersten Tage.

Expert Insight: Die Haltbarkeitsangaben der Quellen gelten für die genannten Lagerbedingungen. Die fünf Jahre für Konserven setzen Dunkelheit und höchstens 19 Grad Celsius voraus. Wer Dosen in einem Raum lagert, der im Sommer deutlich wärmer wird, kann sich auf diese fünf Jahre nicht verlassen. Der Lagerort zählt für die Haltbarkeit also ebenso wie das Produkt selbst.

Was bedeutet das Mindesthaltbarkeitsdatum beim Notvorrat?

Das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) gibt an, bis wann ein ungeöffnetes Lebensmittel bei richtiger Lagerung seine spezifischen Eigenschaften behält. Das Baden-Württembergische Landwirtschaftsministerium rät, das MHD regelmäßig zu überprüfen. Bei Vollkonserven liegt die tatsächliche Haltbarkeit oft deutlich über dem Aufdruck.

Für die Praxis gilt eine einfache Regel: Das MHD ist kein Wegwerfdatum, aber ein Prüfsignal. Vor dem Verzehr zählt der Zustand des Produkts. Bombierte Konservendosen, also Dosen mit gewölbtem Deckel oder Boden, lassen laut Verbraucherzentrale auf verdorbenen Inhalt schließen und werden nicht geöffnet.

Wichtiger Hinweis: Gewölbte Konservendosen werden entsorgt, ohne sie zu probieren. Das gilt unabhängig vom aufgedruckten Mindesthaltbarkeitsdatum. Gleiches gilt für Produkte mit Schimmel, Fremdgeruch oder Schädlingsbefall. Bei Zweifeln an einer Packung gilt: weglassen und nachkaufen.

Wie funktioniert das FIFO-Prinzip im Vorratsschrank?

FIFO steht für „First In – First Out“: Die zuerst eingelagerte Ware wird zuerst verbraucht. Die Verbraucherzentrale beschreibt die Umsetzung so: Neu gekaufte Vorräte kommen nach hinten, die älteren Produkte stehen vorn und werden zuerst aufgebraucht.

Aus dem Prinzip folgt ein Kreislauf statt eines Lagers. Ein Teil des Vorrats landet im normalen Küchenalltag und wird sofort nachgekauft. Damit steht nie die gesamte Menge gleichzeitig kurz vor dem Ablauf. Ein praktischer Anfang: Jede Packung bekommt mit einem Filzstift das Ablaufmonat auf die Vorderseite, und im Regal liegen die Produkte nach Datum sortiert, das früheste vorn. Eine Kontrolle alle sechs Monate mit festem Kalendertermin hält das System am Laufen.

Wie viele Kalorien und wie viel Wasser braucht der Vorrat?

Die Verbraucherzentrale Niedersachsen rechnet mit 2.200 Kilokalorien und 2 Litern Wasser pro Person und Tag. Für zehn Tage ergibt das 22.000 Kilokalorien und 20 Liter Wasser pro Person, bei vier Personen 88.000 Kilokalorien und 80 Liter.

Die Zielwerte des BBK, 10 Tage als Idealziel und 3 Tage als Einstieg, stehen im Artikel zur BBK-Checkliste für den Krisenfall. Eine Einkaufsliste mit konkreten Produkten liefert der Beitrag Einkaufsliste Prepper: Was man braucht. Für Wasser bieten sich Stapelkanister an, die sich platzsparend im Vorratsraum stapeln lassen.

Wie schützt man den Vorrat vor Schädlingen und Feuchtigkeit?

Angebrochene Packungen gehören in luftdicht verschließbare Gefäße, damit Schädlinge wie Motten und Käfer keinen Zugang haben. Das empfiehlt das Landwirtschaftsministerium Baden-Württemberg. Unangebrochene Ware bleibt in der Originalverpackung, solange sie trocken und dunkel steht.

Für die Lagerung eignen sich stabile Behälter, die zugleich Ordnung ins Regal bringen. Welche Lösungen es gibt, zeigen die Artikel zu Prepper-Kisten und zur BigDean-Aufbewahrungstonne. Für Notrationen, die auf lange Lagerung ausgelegt sind, bieten sich Produkte wie MRE-Verpflegungspakete als Ergänzung an. Sie ersetzen den Alltagsvorrat nicht, sondern ergänzen ihn.

Meine Einschätzung: Die verbreitete Vorstellung vom Krisenvorrat sind Eimer mit Spezialnahrung für 25 Jahre. Die offizielle Linie sieht anders aus: Die BBK-Liste besteht aus Konserven, Trockenfrüchten, Nüssen, Zwieback und Müsliriegeln, also aus Supermarktware, und die Verbraucherzentrale setzt auf einen Kreislauf nach FIFO. Der Vorteil liegt auf der Hand: Was im Alltag gegessen wird, läuft nie unbemerkt ab, und der Geschmack passt zur Familie. Spezialrationen sind eine sinnvolle Ergänzung für Fluchtrucksack und Auto, der Hauptvorrat gehört in den normalen Küchenkreislauf.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Lagerort kühl, trocken, dunkel, Konserven höchstens 19 Grad Celsius
  • Konserven etwa 5 Jahre haltbar, Vollkonserven oft deutlich länger als das MHD
  • FIFO: neue Ware nach hinten, älteste Ware zuerst verbrauchen, Kontrolle alle 6 Monate
  • Rechenbasis: 2.200 Kilokalorien und 2 Liter Wasser pro Person und Tag, für 4 Personen und 10 Tage 88.000 Kilokalorien und 80 Liter
  • Gewölbte Dosen entsorgen, angebrochene Packungen luftdicht umfüllen

Häufige Fragen zur Vorratslagerung

Darf ich Konserven nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums essen?
Vollkonserven sind laut Verbraucherzentrale Niedersachsen oft mehrere Jahre über das MHD hinaus haltbar. Entscheidend ist der Zustand der Dose: Ist sie unbeschädigt und nicht gewölbt, spricht nach dem Öffnen Geruch und Aussehen für oder gegen den Verzehr.
Wie oft sollte ich den Vorrat kontrollieren?
Das Landwirtschaftsministerium Baden-Württemberg rät zu regelmäßiger Kontrolle des Mindesthaltbarkeitsdatums. Ein fester Termin alle sechs Monate ist ein praktischer Takt, zum Beispiel beim Wechsel von Sommer- auf Winterzeit.
Eignet sich der Keller als Lagerort?
Ein trockener, kühler und dunkler Keller erfüllt die drei Grundbedingungen. Feuchte Kellerräume schaden Verpackungen und Dosen, deshalb sollte die Luftfeuchtigkeit niedrig bleiben und der Vorrat nicht direkt auf dem Boden stehen.
Wie viele Lebensmittel brauche ich für zwei Personen und zehn Tage?
Bei 2.200 Kilokalorien pro Person und Tag ergeben sich 44.000 Kilokalorien für zwei Personen und zehn Tage, dazu 40 Liter Wasser. Eine individuelle Einkaufsliste berechnet der Vorratskalkulator des Bundesministeriums für Ernährung unter ernaehrungsvorsorge.de.

Quellen und weiterführende Literatur

  • Lebensmittelvorräte für Zuhause – im Krisenfall · verbraucherzentrale-niedersachsen.de · Lagertemperatur für Konserven, Haltbarkeit, FIFO-Prinzip, 2.200 Kilokalorien und 2 Liter Wasser pro Person und Tag.
  • Tipps für die Praxis – Ernährungsnotfallvorsorge · mlr.baden-wuerttemberg.de · Lagerbedingungen, FIFO, MHD-Kontrolle und luftdichtes Umfüllen angebrochener Packungen.
  • Lebensmittel richtig lagern · bvl.bund.de · Lagerdauern für Milch, Brot, Kartoffeln und Gemüse sowie Hinweise zu Konserven und Trockenprodukten.
  • Essen und Trinken bevorraten · bbk.bund.de · Basis-Empfehlungen zu Vorratsdauer, Trinkwasser und geeigneten Lebensmittelkategorien.

Wie wahrscheinlich ist ein Blackout in Deutschland wirklich?

Ein flächendeckender Blackout in Deutschland gilt als unwahrscheinlich. 2024 fiel der Strom je Anschluss im Schnitt nur 11,7 Minuten aus. Regionale Ausfälle über mehrere Tage kommen dennoch vor: Im Januar 2026 dauerte die Wiederversorgung in vier Berliner Stadtteilen rund vier Tage.

Stahlgittermast einer Hochspannungsleitung von unten fotografiert

Kurz zusammengefasst: Die Bundesnetzagentur meldet für 2024 eine durchschnittliche Unterbrechung von 11,7 Minuten je Letztverbraucher, 2023 waren es 12,8 Minuten, der Zehnjahresdurchschnitt liegt bei 12,7 Minuten. Ein Blackout, also der großflächige und lang andauernde Ausfall ganzer Regionen oder Länder, gilt nach Einschätzung von cleanthinking.de als wahrscheinlich nicht eintretend. Real sind regionale Ausfälle: In Berlin waren im Januar 2026 etwa 45.400 Haushalte rund vier Tage ohne Strom. Die Vorsorge richtet sich damit am regionalen Mehrtagesausfall aus, nicht am Blackout.

Was unterscheidet einen Blackout von einem regionalen Stromausfall?

Ein Blackout ist der großflächige, lang andauernde und unkontrollierte Ausfall, der ganze Regionen oder Länder vom Netz nimmt. Ein regionaler Stromausfall bleibt örtlich begrenzt, während das restliche Netz weiterläuft. Regionale Ausfälle sind in der Statistik der Netzbetreiber alltäglich, ein Blackout gilt als unwahrscheinlich.

Der Unterschied entscheidet über die Art der Vorsorge. Bei einem regionalen Ausfall funktionieren Supermärkte, Tankstellen und Hilfsdienste in den Nachbarorten weiter, Hilfe kommt von außen. Bei einem Blackout fällt diese Unterstützung weg, weil große Teile des Landes gleichzeitig betroffen sind. Das Büro für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag warnte 2011, die Folgen eines großräumigen Ausfalls könnten einer „nationalen Katastrophe zumindest nahekommen“.

Wie zuverlässig ist das deutsche Stromnetz?

Das deutsche Stromnetz fiel 2024 je Letztverbraucher im Durchschnitt 11,7 Minuten aus (SAIDI-Wert). 2023 waren es 12,8 Minuten, der Zehnjahresdurchschnitt liegt bei 12,7 Minuten. Die Bundesnetzagentur wertete 164.645 Meldungen von 830 Netzbetreibern aus.

SAIDI steht für System Average Interruption Duration Index und gibt die durchschnittliche Stromversorgungsunterbrechung je angeschlossenem Letztverbraucher in Minuten an. Gezählt werden ungeplante Unterbrechungen, die länger als drei Minuten dauern und nicht auf höhere Gewalt zurückgehen. Im europäischen Vergleich steht Deutschland gut da: Nach Angaben von cleanthinking.de liegt Spanien bei etwa 59 Minuten, Frankreich bei etwa 51 Minuten. Die Bundesnetzagentur veröffentlichte die Zahlen für 2024 am 9. Oktober 2025.

Expert Insight: 164.645 gemeldete Unterbrechungen in einem Jahr entsprechen rund 450 Meldungen pro Tag. Stromausfälle sind in Nieder- und Mittelspannung also Alltag der Netzbetreiber. Gleichzeitig ist der einzelne Anschluss im Jahresdurchschnitt nur etwa zwölf Minuten betroffen. Beide Zahlen stimmen, sie beschreiben nur verschiedene Blickwinkel: das Netz als Ganzes und den einzelnen Haushalt.

Welche Stromausfälle gab es zuletzt in Deutschland?

Im Januar 2026 verloren in Berlin 45.400 Haushalte und 2.200 Gewerbekunden in vier Stadtteilen den Strom, nachdem eine Kabelbrücke über den Teltowkanal abgebrannt war. Die Wiederversorgung dauerte bis zum 7. Januar, insgesamt etwa vier Tage für das betroffene Gebiet.

Der Berliner Fall zeigt, wie groß der Abstand zwischen Statistik und Erleben sein kann. Vier Tage entsprechen 96 Stunden ohne Netzstrom und damit mehr als der Einstiegsvorrat von drei Tagen, den das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) nennt. Auf Bundesebene verschwindet ein solches Ereignis in einem Durchschnitt über Millionen Anschlüsse, für die betroffenen Haushalte ist es der Ernstfall.

Wichtiger Hinweis: Ein Notstromaggregat mit Verbrennungsmotor darf nur im Freien laufen, weil die Abgase Kohlenmonoxid enthalten. Der Anschluss an die Hausinstallation gehört ausschließlich über eine fachgerecht installierte Umschalteinrichtung in die Hand einer Elektrofachkraft, sonst droht Rückspeisung ins öffentliche Netz und Lebensgefahr für Netztechniker.

Wie lange sollte die eigene Vorsorge reichen?

Das BBK empfiehlt einen Vorrat für möglichst zehn Tage und mindestens drei Tage als Einstieg, dazu mindestens 2 Liter Wasser pro Person und Tag. Der Berliner Ausfall vom Januar 2026 dauerte rund vier Tage und überschritt damit den Einstiegswert.

Die Vorsorge lässt sich in drei Stufen aufbauen. Für die ersten Stunden reichen Licht und Information: eine Taschenlampe, ein Kurbelradio wie das Roxicosly-Kurbelradio und geladene Powerbanks. Für mehrere Tage kommen Wasser- und Lebensmittelvorrat nach der BBK-Checkliste dazu, außerdem Licht ohne Strom, wie im Artikel zum Kerzenvorrat beschrieben. Wer Kühlschrank, Heizungspumpe oder medizinische Geräte versorgen muss, braucht eine eigene Stromquelle.

Welche Stromquelle passt zu welcher Ausfalldauer?

Für kurze Ausfälle genügen Powerbanks, für mehrtägige Ausfälle mit Dauerverbrauchern braucht es ein Aggregat oder einen Speicher mit Notstromfunktion. Ein normales Balkonkraftwerk liefert bei Netzausfall keinen Strom, weil der NA-Schutz den Wechselrichter automatisch abschaltet.

Die Vergleichsartikel zu Benzin-Notstromaggregaten und Diesel-Notstromaggregaten zeigen, welche Geräte für welche Leistung infrage kommen. Warum ein Balkonkraftwerk allein nicht reicht und was für den Inselbetrieb zusätzlich nötig ist, steht im Artikel Balkonkraftwerk als Krisen-Backup. Einen Überblick über Vorbereitungen jenseits der Technik gibt der Beitrag Stromausfall: Prepper und die Vorbereitung.

Meine Einschätzung: Die gängige Lesart lautet: 11,7 Minuten Ausfall pro Jahr, also kein Handlungsbedarf. Die Zahl misst aber etwas anderes. SAIDI mittelt über alle Anschlüsse und zählt nur ungeplante Unterbrechungen ohne höhere Gewalt, die länger als drei Minuten dauern. Ein Ereignis wie in Berlin, bei dem 45.400 Haushalte vier Tage lang ohne Strom sind, sagt über die Zuverlässigkeit des Gesamtnetzes wenig und über das Risiko des einzelnen Haushalts viel. Das eigentliche Planungsszenario ist deshalb nicht der Blackout, sondern der regionale Ausfall von drei bis zehn Tagen. Genau darauf zielt die BBK-Empfehlung.

Das Wichtigste in Kürze:

  • SAIDI 2024: 11,7 Minuten je Letztverbraucher (2023: 12,8; Zehnjahresschnitt: 12,7)
  • 164.645 Meldungen von 830 Netzbetreibern, rund 450 Unterbrechungen pro Tag
  • Berlin, Januar 2026: 45.400 Haushalte, rund vier Tage ohne Strom
  • BBK: Vorrat für möglichst 10 Tage, mindestens 3 Tage, 2 Liter Wasser pro Person und Tag
  • Balkonkraftwerke schalten bei Netzausfall ab, Notstrom braucht Aggregat oder Speicher mit Inselbetrieb

Häufige Fragen zu Stromausfall und Blackout

Was bedeutet der SAIDI-Wert?
SAIDI gibt die durchschnittliche Dauer der Stromunterbrechung je angeschlossenem Letztverbraucher in Minuten an. Gezählt werden ungeplante Unterbrechungen über drei Minuten ohne höhere Gewalt. Für 2024 liegt der Wert bei 11,7 Minuten.
Wie viele Stromausfälle gibt es in Deutschland pro Jahr?
Für 2024 wurden 164.645 Versorgungsunterbrechungen in der Nieder- und Mittelspannung gemeldet, das sind rund 450 pro Tag.
Reicht ein Vorrat für drei Tage aus?
Das BBK nennt drei Tage als Einstiegswert und zehn Tage als Ziel. Der Berliner Ausfall vom Januar 2026 dauerte rund vier Tage, ein reiner Drei-Tage-Vorrat hätte dort nicht gereicht.
Wo erfahre ich, wie lange ein Ausfall dauert?
Auskunft gibt der zuständige Netzbetreiber, dessen Störungsnummer in der Regel auf der Stromrechnung steht. Ein batteriebetriebenes oder Kurbelradio liefert zusätzlich Durchsagen von Behörden, wenn Internet und Mobilfunk ausfallen.

Quellen und weiterführende Literatur

  • Versorgungsunterbrechungen Strom in 2024 gegenüber Vorjahr gesunken · bundesnetzagentur.de · Pressemitteilung vom 9. Oktober 2025 mit SAIDI-Werten 2024, 2023 und Zehnjahresdurchschnitt.
  • Blackout Deutschland: Wie groß ist das Risiko? · cleanthinking.de · Definition Blackout, Einordnung der Wahrscheinlichkeit, Berliner Stromausfall vom Januar 2026 und europäischer SAIDI-Vergleich.
  • Essen und Trinken bevorraten · bbk.bund.de · Empfehlungen des Bundesamts für Bevölkerungsschutz zu Vorratsdauer und Trinkwasser.
Nach oben scrollen
Stat